Fütterer fördern das Problem

120.000 Kilo Kot, 40.000 wilde Tauben: Neue Idee gegen Taubenplage

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Taubenplage in Frankfurt.

Frankfurt - Das Thema Tauben in der Stadt teilt die Meinungen in zwei Extreme. Manche füttern sie liebevoll trotz Verbot, andere wünschen die Tauben tot. Politik, Vereine und Bürger müssen an einem Strang ziehen.

In Frankfurt gibt es 40.000 wilde Tauben, die sich scheinbar vor allem in der Innenstadt wohlfühlen. Jedes Jahr produzieren sie 120 Tonnen Kot. Um die Schäden zu begrenzen, gilt in der Stadt seit 1970 ein Fütterungsverbot. "Zecken, Milben, Flöhe, verschmutzte oder zerstörte Denkmäler und Hausfassaden stellen die andere Seite der Tauben in der Stadt dar", schreibt die Stadtverwaltung. Stadttauben sind so für Frankfurter Politiker, Hauseigentümer, Bewohner und sogar Tierschützer ein Problem.

Suche nach einer zufriedenstellenden Lösung

Bisherige Versuche das Problem zu lösen scheiterten. Nun hat die Stadtverwaltung Frankfurt einen neuen Lösungsansatz. Dieser scheint alle Meinungsparteien und sogar die tierliebsten Bürger zufrieden zu stellen: Der Verein Stadttaubenprojekt Frankfurt richtet Taubenhäuser ein. Dabei handelt es sich um Vogelhäuser, wo die Tiere durch regelmäßiges, artgerechtes Füttern angelockt werden. Gelegte Eier werden durch Gipseierattrapen ersetz, die von den Tieren problemlos angenommen werden. Ziel ist es, den Bestand kontrolliert zu reduzieren und die Gesundheit der Tauben zu verbessern.

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Hierzu fügt die Stadt noch hinzu: "Wer gern Tauben beobachtet, sie füttern und versorgen möchte, ist herzlich willkommen, den Verein tatkräftig zu unterstützen."

Im Jahr 2004 hat die Stabsstelle Sauberes Frankfurt versucht, das Taubenproblem mit Hilfe von Wüstenbussarden zu lösen. Diese sollten die Tauben nicht etwa jagen und töten. Tauben sehen Bussarde als natürliche Feinde und räumen das Territorium bei dieser Gefahr. So wollte die Stadt die Tauben aus der Innenstadt vertreiben. Die Wirkung dieser kostspieligen Aktion war nur kurzfristig. Weiterhin werden Standartmaßnahmen wie Abwehrgitter, Nägel und Drähte an Fassaden und Bauten sowie eine Verfütterung von Hormonpräparaten angewendet.

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