Bewegender Abschied

Sachsenhäuser Königin Bianca I. macht Platz für Karin II.

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Hoheiten unter sich: Bianca I. (links) und die frisch gekürte und gekrönte neue Brunnenkönigin Karin II.

Frankfurt – Bewegend war der Abschied von Sachsenhausens Brunnenkönigin Bianca I. im Saalbau Südbahnhof am vergangenen Samstag. Nicht nur sie selbst war sichtlich geknickt, ihr Amt beenden zu müssen, auch die Gäste spürten, mit wie viel Herzblut sie ihre Aufgabe erfüllt hatte.

Doch professionell bewältigte Bianca Schulz lächelnd ihre letzte Amtshandlung, die Prozedur ihrer Entlassung und die Krönung ihrer Nachfolgerin. In ihrer Ansprache ließ sie Erinnerungen an ihre Amtszeit mit lustigen Anekdoten aufleben. Ob ein gerissenes Kleid kurz vor ihrer Kürung, beim Fastnachtsumzug verteilte Plüschherzen, die sie später massenhaft wiedersah, oder die Repräsentation beim Hessentag, die anderen zu lange dauerte, ihr aber zu kurz vorkam – ihre Amtszeit war von vielen schönen Momenten und Begegnungen geprägt. „Ich bin froh, all dies erlebt haben zu dürfen“, sagte sie und dankte allen für deren Unterstützung: der Brunnen-und Kerbegesellschaft Sachsenhausen (BKG), Sponsoren, befreundeten Vereinen, ihrer Familie, dem Bernemer Kerbepaar Andrea und Christoph sowie den zwölf Hoheiten aus der Region, die ihr viele gute Wünsche aussprachen. Etliche Personen aus ihrem Umfeld bat sie auf die Bühne, um ihnen – eine seltene Geste – jeweils ein persönliches Andenken zu überreichen. „Jetz’ is kaaner mehr im Saal“, ulkte Brunnenschultheiß Frank Wimmer.

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Gemeinsam mit BKG-Präsident Dieter Breidt moderierte er den Abend, der durch die musikalischen Einlagen erst richtig zur Feier wurde. Das Trio Kuk steuerte bekannte Lieder bei, deren Frankfurter Mundarttexte das Publikum begeistert mitsang. Die acht Damen der Dortelweiler Showtanzgruppe gaben eine von stürmischem Applaus begleitete Vorstellung. Für Heiterkeit sorgte die doppelte Übergabe der Insignien an den Schirmherrn, Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler. Stadtkämmerer Uwe Becker hielt die Laudatio auf die neue Brunnenkönigin Karin II., wodurch die Gäste etwas über den Menschen Karin Reuter erfuhren. Für das langjährige BKG-Mitglied erfüllte sich ein Kindheitstraum: zu ihrer Lieblingsmusik Einzug zu halten als Brunnenkönigin. Karin II. plauderte in ihrer Antrittsrede aus früheren Jahren, in denen Festschmuck vor dem Elternhaus hergerichtet wurde und Mitgliederversammlungen im Partykeller stattfanden. „Erst bei der Begleitung meiner beiden Vorgängerinnen wurde mir klar, welche Ehre es ist, Frankfurts Traditionen zu repräsentieren.“ Den Carolusbrunnen am Wendelsplatz erkor sie zu ihrem Lieblingsbrunnen im Gedenken an ihren Opa Karl und die BKG-Legende Charly Heil. Karin II. freut sich sehr auf ihr Amt und neckte den Schultheiß: „Jetzt hast Du mich ein Jahr lang an der Backe.“

ucw

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