Frankfurt ist gewappnet für  wirtschaftliche Krisen

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Krisenfrei: Während Frankfurt nicht von wirtschaftlichen Krisen bedroht wird, sieht es in Kreis und Stadt Offenbach anders aus.

Frankfurt – Sollte die nächste Krise kommen, ist die Stadt Frankfurt gut gewappnet. Das besagt zumindest eine aktuelle Studie des Pestel-Instituts. 412 Städte und Gemeinden haben die Forscher unter die Lupe genommen. Frankfurt landete auf Platz 59. Dennoch gibt es einige Kritikpunkte. Von Julia Renner

Die „Regionale Krisenfestigkeit“ untersuchten der Forscher Matthias Günther und seine Kollegen. Sechs Kategorien umfasst die Studie: Von Verkehr über Wohnen und Energie bis hin zur Wirtschaft.

Die Stadt am Main hat einen positiven Eindruck hinterlassen. Die Zuwanderung sorgte ebenso für Punkte wie die hohe Mieterquote. „Denn Mieter sind in einer Krise flexibler als Wohneigentümer“, erklärt der Leiter der Studie. Auch die geringe Wohnfläche je Einwohner wirkte sich gut aus, denn so entstehen geringere Heizkosten. Weitere Vorteile in Frankfurt: Der gut ausgebaute Nahverkehr und die relativ niedrige Quote an zugelassenen Autos pro Einwohner.

Viele Hartz-IV-Empfänger, wenig Landwirtschaft

Doch nicht alles an Frankfurt hat die Forscher überzeugt. "Viele junge Leute verlassen die Schule ohne Hauptschulabschluss", sagt Günther. „Das ist Ausgrenzung und darf nicht sein.“ Auch die hohe Zahl der Hartz-IV-Empfänger und zu wenig Landwirtschafts- und Waldfläche seien negativ.

Die Studie soll provozieren, so Günther, und dadurch Diskussionen auslösen. „Wir wollen sensibilisieren und deutlich machen, dass wir alle unsere Lebensweise ändern müssen.“ Würde in jeder Stadt eine regionale Diskussion ausgelöst, „wäre für uns die Spitze des Machbaren erreicht.“

Bei der Stadt Frankfurt interessiert man sich kaum für die Studie. „Wir werden mit Studien und Rankings geflutet“, sagt ein Sprecher der Stadt. Dennoch nehme man solche Studien „zur Kenntnis“, wenn sie an die Stadt heran getragen würden. Sollte die Studie nützen, würden im Rahmen der Möglichkeiten auch Verbesserungen umgesetzt.

Andere Städte und Kreise im Rhein-Main-Gebiet schneiden schlecht ab. Die Stadt Offenbach kam in der Wertung auf Rang 388, der Kreis Offenbach sogar auf Platz 393.

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