Immer mehr Müll

Frankfurt: Neue Parks sprießen, Stadt kommt mit Pflege nicht hinterher

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Frankfurt – Frankfurter Parks und Grünflächen leiden! Wegen Müll, Wildcampern und Grill-Fans steigen die Kosten seit Jahren. Obwohl es noch viele Problem-Parks gibt, setzt die Stadt weiter auf neues, teures Grün. Von Angelika Pöppel

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Der Trend geht raus ins Grüne: Immer mehr Frankfurter verlassen ihre vier Wände und geniessen das Leben an der frischen Luft. Etliche Grünflächen und Parks bieten die gesuchte Erholung, doch mit den Besuchern kommt auch der Müll. „Die Parks werden immer stärker zugemüllt“, kritisiert Elke Tafel-Stein, planungspolitische Sprecherin der Frankfurter FDP-Fraktion. Zu den Problem-Parks zählen der Ostpark, der Rebstockpark sowie das Mainufer. Das Frankfurter Grünflächenamt bestätigt das Problem. Doch die Haushaltskassen sind leer. Nicht nur das immer mehr Müll liegen bleibt, im Gegenzug wird auch nicht verstärkt gereinigt. Grund: Das Personal fehlt.

Personal fehlt

„Auch wenn es nötig wäre, können die Reinigungsgänge nicht erhöht werden“, sagt Bernd Roser, Abteilungsleiter der Grünflächenunterhaltung. Und obwohl die Pflege der bestehenden Grünflächen bereits zu kurz kommt, entstehen immer weitere städtische Areale. Allein im vergangenen Jahr kamen 65 Hektar dazu. Und für 2015 rechnet das Amt mit weiteren 20 Hektar. Und das obwohl das Grünflächenamt bereits 2014 ein Minus erwirtschaftete. Das Budget von jährlich über zehn Millionen Euro reichte nicht aus.

20 Hektar Grünfläche mehr in diesem Jahr erwartet

Während das Grün wächst, bleibt die Personaldecke und das Budget konstant. Zudem ist die Pflege in den vergangenen Jahren schwieriger geworden. Allein für die Baumkontrolle wurden acht Mitarbeiter aus der Pflege abgezogen, genauso benötigen die Kontrollen der Spielplätze mehr Personal, die am Ende bei der generellen Instandhaltung fehlen. „Die Folge ist ganz klar der Verlust von Spielgeräten, Bänken und mehr“, sagt Roser. Alte Geräte werden abgebaut aber nicht wieder ersetzt.

Dennoch hält die Stadt an ihrem Konzept fest. Roser: „Aus unserer Sicht sind die Grünflächen zwingend notwendig. Genauso wie die Stadt wächst, müssen auch die Erholungsgebiete wachsen, die Lebensraum für Tiere und Pflanzen bieten und dem Klimawandel entgegen wirken.“

Angelika Pöppel

Angelika Pöppel

E-Mail:angelika.poeppel@extratipp.com

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