Gastland der Buchmesse präsentiert Literaturprogramm

Frankfurt grüßt Indonesien: Reise zu tausenden Inseln

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Die Literatur Indonesiens steht in diesem Jahr im Mittelpunkt der Frankfurter Buchmesse.

Frankfurt – Traumstrände, Tempel und tropisches Klima: Indonesien weckt viele Assoziationen. Das Land mit den tausenden Inseln hat aber noch viel mehr zu bieten: In diesem Jahr ist es Gastland der Frankfurter Buchmesse. Von Christina Langenbahn

Mit einer Reihe von Neuerscheinungen, vielen Lesungen und einem umfangreichen Programm lädt Indonesien zu einer kulturellen Entdeckungsreise ein. Unter dem Motto „17.000 Inseln der Imagination“ gibt das viertbevölkerungsreichste Land der Welt damit im deutschsprachigen Raum erstmals Einblicke in seine reiche Literatur- und Kulturlandschaft.

„Mit der Rolle als Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse hat Indonesien die Gelegenheit, einen ersten zaghaften Schritt auf die internationale Literaturbühne zu machen“, erklärt Goenawan Mohamad, Leiter des Ehrengast-Komitees. „Wir sind ein in Europa wenig bekanntes Land und möchten nun die Tür öffnen, um den Menschen hier einen Blick auf unsere Vielfalt zu ermöglichen.“

Sinnlich-poetische Entdeckungsreise

70 indonesische Autoren stellen ihre Werke in deutscher Sprache vor. Mit dabei sind Ayu Utami, Laksmi Pamuntjak, und Leila Chudori, die in ihren Büchern auch dunkle Kapitel der Landesgeschichte aufschlagen und Themen wie politische Verfolgung und Völkermord behandeln. Andrea Hirata, der mit seinem Bestseller „Der Träumer“ den selbst erlebten Weg aus der Armut aufzeigt, oder die vor allem für ihre kämpferische und oft schockierende Poesie bekannte Lyrikerin Dorothea Rosa Herliany werden ebenfalls in Frankfurt erwartet.

Zu einer fantastischen, sinnlichen und poetischen Entdeckungsreise durch die „17.000 Inseln der Imagination“ lädt die Präsentation des Ehrengastes im Gastland-Pavillon auf dem Messegelände ein: „Wir schaffen darin unterschiedliche Bereiche, Inseln, die die Besucher zum Flanieren und Entdecken einladen – eine Anspielung darauf, dass auch die Welt der Bücher von immer neuen Begegnungen geprägt ist“, erklärt die Architektin und Poetin Avianti Armand das Werk des indonesischen Architekten Muhammad Thamrin. Neben Lesungen begleiten auch Musik, Performances, Filme und exotische Speisen die Inselreise der Messebesucher.

Sechs Messetipps für Indonesien-Fans

1. Lesung: Die Autorin Oka Rusmini erzählt im Roman „Erdentanz“ die Geschichte balinesischer Frauen über vier Generationen. Es ist ein Porträt der gesellschaftlichen Verhältnisse, die vom Kastensystem geprägt sind (Zeit: 18. Oktober, 15-15.30 Uhr, Ort: Leseinsel der unabhängigen Verlage, 4.1 C37).

2. Ausstellung: „Books on Indonesia“ heißt die Exposition, in der aktuelle Bücher zur Kultur, Geschichte und Gegenwart Indonesiens zu sehen sind. (Ort: Pavillon, Forum, Ebene/Level 1).

3. Filmvorführung: Joshua Oppenheimer zeichnet in „The act of Killing“ (2012) das Porträt von Männern, die in den 1960er Jahren zu den Massenmördern des Suharto-Regimes gehörten und dafür heute noch als Helden gefeiert werden (Zeit: 18. Oktober, 15 Uhr, Ort: Agora, Amnesty International).

4. Theater: Das Schattentheater gehört zu den kulturellen Schätzen Indonesiens. Mit Hilfe einer Lichtquelle werfen die Figuren aus gestanzter Büffelhaut lebendige Schatten. Die Geschichten handeln von Mythen und Moral (Zeit: 17. Oktober, elf bis 11.45 Uhr, Ort: Indonesien-Pavillon/Island of Inquiry, Forum, Ebene/Level 1).

5. Tanz: Musik und Tänze aus Medan (Nordsumatra), Betawi (Jakarta) und Bandung (Westjava), den urbanen Gebieten Indonesiens werden vorgestellt (Zeit: 18. Oktober, 16.30 bis 17.30 Uhr, Ort: Agora, Open Stage).

6. Kulinarisches: Seit Jahrhunderten gehört das Bananenblatt als Verpackungsmaterial zur indonesischen Küche. Sisca Soewitomo führt Schritt für Schritt in die Kunst des Einwickelns ein (Zeit: 18. Oktober, 13 bis 13.45 Uhr, Ort: Indonesien-Pavillon, Forum Island of Spice).

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