Er bringt Frankfurter Politik ins Wohnzimmer

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Christian Kreutz kümmert sich um Frankfurts Zukunft im Internet.

Frankfurt – Uriniert während der Fußball-WM bald jeder gegen meine Hauswand? Ist ein Fahrradstreifen in der Schweizer Straße notwendig? Diese und andere Fragen beschäftigen die Ortsbeiräte. Der Frankfurter Christian Kreutz bringt sie auf seiner Internet-Seite in den Fokus der Öffentlichkeit. Von Jennifer Dreher

Bürger machen Stadt: Das ist das Motto des Web-Portals. „Obwohl es sicherlich viele Politikverdrossene gibt, interessiert die meisten doch, was direkt in ihrer Nachbarschaft vor sich geht“, berichtet Kreutz: „Bereits nach zwei Monaten entstehen auf unserer Seite Diskussionen um Helikopterlärm oder es finden sich Bürger, die Baumwurzelbetten im Nordend gemeinsam bepflanzen wollen“, fügt er hinzu.

Sehen, was in der Nachbarschaft passiert

Auf Kreutz‘ Internet-Seite kann jeder sehen, was in seiner Straße oder in seinem Stadtteil passiert. Und das geht so: Die Vorlagen und Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlungen laufen im System PARLIS (Parlamentsinformationssystem) ein. Diese pflegt Kreutz auf seiner Internet-Seite ein. Auf einer Karte von Frankfurt sind sie in Form von kleinen grünen Punkten zu finden.

Klickt man sie an, erfährt man nicht nur, worum es in den Vorlagen und Beschlüssen geht, sondern auch, wo und wann die nächste Sitzung stattfindet. Die Mitglieder können auch selbst Initiativen eintragen. „Wir wollen, dass die Nutzer selbst aktiv werden, wir bieten ihnen nur den Raum dafür“, sagt Kreutz. Und den nutzen immer mehr Frankfurter: Seit zwei Monaten gibt es erst www.frankfurt-gestalten.de und schon gibt es über 100 Mitglieder und über 180 Internet-Nutzer, die pro Tag auf die Seite gehen.

Kreutz wünscht sich Kooperation mit der Stadt Frankfurt

„Wir machen das alles ehrenamtlich und haben daher noch keine Werbung außerhalb des Internets gemacht“, berichtet der 34-Jährige. Hauptberuflich arbeitet Kreutz als selbstständiger Berater im Bereich Wissensmanagement. Trotzdem investiert er viel Freizeit in das Projekt. Er könne sich auch eine Kooperation mit der Stadt Frankfurt vorstellen. „Unser Zweck ist allerdings ein gemeinnütziger und das wird er auch immer bleiben.“

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