Schluss mit dem Flickwerk an der A661

Maximiliane Peikert-Regelien machte anhand einer Karte auf die Lärmbelastung für die Inheidener Straße aufmerksam.

Frankfurt – „Schluss mit dem Flickwerk! Jetzt muss endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden“ – zu diesem Fazit ist Friedhelm Ardelt-Theeck nach der Vorstellung der neuen Lärm-Gutachten gekommen. Von Norman Körtge

Er und das Aktionsbündnis „Unmenschliche Autobahn“ fordern mehr denn je die komplette Einhausung der A 661 im Frankfurter Osten. Tunnelmundeffekt: Dieser Begriff gehört mittlerweile zum normalen Sprachgebrauch von Maximiliane Peikert-Regelien und Elke Bindewald. Gemeint ist damit, dass der durch in Tunnels ein- und ausfahrende Autos verursachte Lärm an dieser Stelle zunimmt. Die beiden Anwohner der Inheidener Straße in Bornheim würden genau gegenüber einem solchen Tunnelmund wohnen, wenn im Frankfurter Osten die A66 durch den Riederwaldtunnel an die A661 ausgeschlossen wird. „Trichterartig wird sich dann vom Tunneleingang der Lärm über den Bornheimer Hang ausbreiten“, schildert Peikert-Regelien, die im Verwaltungsbeirat einer Wohnanlage sitzt, das Szenario.

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Die Hochhäuser an der Inheidener Straße wären dann die Lärmschutzwand für Bornheim. Eine heftige Wertminderung wäre die Folge und wer wegziehen kann, zieht weg. Es entsteht ein neuer sozialer Brennpunkt, schließt die Bornheimerin ihre Ausführung. Ihre Hoffnung – wie die aller Anwohner der A 661 in Bornheim, Seckbach und Riederwald – ist die, für die Friedhelm Ardelt-Theeck vom Aktionsbündnis „Unmenschliche Autobahn“ bereits seit Jahren kämpft: Die komplette Einhausung der A661 samt der geplanten Anschlüsse der A66 durch den Riederwaldtunnel vom Osten her und den Alleentunnel vom Westen her.

So titelte der EXTRA TIPP im Juni 2010.

Neue Argumente liefern ihm das lärmtechnische Gutachten des vom Aktionsbündnis beauftragten Marburger Planungsbüros. Das kommt zu dem Ergebnis, dass in den Lärmberechnungen des Landes Hessen und der Stadt Frankfurt die prognostizierten Verkehrsmengen und auch der entsprechende Anteil des Lkw-Verkehrs zu gering angesetzt worden ist. Dies bedeutet, dass die Überschreitung der Grenzwerte noch drastischer ausfallen werden.
Für Ardelt-Theeck ist jetzt ganz klar die Zeit gekommen, in der Schluss sein muss, dass nur durch Klagen vor Gericht oder Rechtsanträge der Lärmschutz in den vergangenen Jahren schrittweise nachgebessert wurde. „Das Flickwerk muss aufhören“, sagt er. Es sei ein Unding, dass Bürger Geld, Zeit und Nerven opfern, um zu ihrem Recht zu kommen. Die von ihm propagierte Einhausung – von vielen zunächst als Spinnerei abgetan – ist mittlerweile zu einer echten städtebaulichen Vision geworden, die das renommierte Architekturbüro Albert Speer & Partner in Pläne gefasst hat.
Mehr Informationen sind auf der Internetseite des Aktionsbündnisses zu finden.Hoffnung setzt Ardelt-Theeck auch in die scheidende Oberbürgermeisterin Petra Roth, die nach einem Ortstermin mit Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer das Thema zur Chefsache gemacht hatte: „Ich hoffe, dass sie in ihrer verbleibenden Amtszeit wirklich Nägel mit Köpfen macht.“

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