Historischer Jahrmarkt und Ausstellung

Zoo Frankfurt feiert 100. Geburtstag

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Ben (links) und Nic hatten viel Spaß auf dem alten Kinderkarussell - eine der Attraktionen auf dem historischen Jahrmarkt des Zoos.

Frankfurt - Ein Fest mit der Lizenz zum Verwirren: Nicht wenige Besucher fragten sich am vergangenen Wochenende, wieso der städtische Zoo sein 100-jähriges Bestehen zelebrierte. Wurde doch bereits 2008 das 150-jährige gefeiert. Zoodirektor Manfred Niekisch klärte auf.

 „Da kann man schon durcheinander kommen“, sagte Direktor Manfred Niekisch angesichts der vielen Feste im Frankfurter Zoo. 2008 gedachten die Mitarbeiter mit der 150-Jahr-Feier der Gründung des Zoos durch acht Frankfurter Bürger im Jahr 1858. Er war nach Berlin erst der zweite seiner Art in Deutschland. Damals konnten Besucher einige Pflanzen fressende Tiere in der heutigen Bockenheimer Landstraße ansehen. 1876/77 zog die Menagerie an ihren heutigen Standort um.

„Von Artenschutz konnte damals keine Rede sein“, sagte Kulturdezernent Felix Semmelroth anlässlich der Eröffnung einer Ausstellung zur Zoogeschichte. „Die Exotik der Tiere stand im Mittelpunkt. Aber der Zoo war schon im 19. Jahrhundert eine Bildungseinrichtung“, fügte der Stadtrat hinzu.

Bernhard Grzimek bettelte um Spenden

Schwere Zeiten kamen besonders in den Jahren des Ersten Weltkriegs auf die Einrichtung zu. Schließlich wandten sich die Verantwortlichen, die Zoologische Gesellschaft, im Januar 1915 an die Stadt, die den Zoo übernahm. Seit dem 3. August 1915 – und damit seit knapp 100 Jahren – ist er ein städtisches Amt. „Aber ein ganz besonderes, wie auch der erste Direktor nach 1945, Bernhard Grzimek, stets betonte. Und die Stadt hat diese Entscheidung nie bereut“, ergänzte Semmelroth, „der Zoo war und ist mit etwa 900.000 Besuchern 2014 ein Publikumsmagnet.“ Zum Jubiläum gehe es auch darum, die damalige Tierhaltung zu verstehen. Nachzuvollziehen, wie sich die Einstellung zu den Tieren, den Geschöpfen mit besonderen Eigenarten, im Laufe der Zeit verändert hat.

Viel wurde in den vergangenen Jahrzehnten investiert, neue Anlagen sind entstanden. Nur noch wenige Frankfurter können sich heute noch an den Nachkriegszustand 1945 erinnern, als Zoodirektor Bernhard Grzimek mit einem klapperdürren Kamel an der Hauptwache um Spenden für den Zoo bettelte. Eine kleine Ausstellung im Zoo und in einem Container lässt Vergangenes wieder lebendig werden. Das große Jubiläumsfest am vergangenen Sonntag zog mit vielen Attraktionen zahlreiche Gäste an.

jf

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