Seit 23 Jahren in der Eissporthalle

Für Frank Bayer ist in Frankfurt immer Eiszeit

Frankfurt – Auf rund 10.000 Quadratmetern Kunsteis arbeitet Frank Bayer in der Frankfurter Eissporthalle. Seit 23 Jahren ist er Hallenwart auf Deutschlands größter, zusammenhängender Eisfläche. Schon als Teenie tollte er auf Kufen herum. Nun gehört er fast zum Inventar. Von Janine Drusche

Frank Bayer arbeitet seit 1993 in der Eissporthalle Frankfurt. Mit seiner Diesel-Maschine hobelt er die Fahrbahn und fährt sie mit heißem Wasser glatt.

Die Eissporthalle Frankfurt wurde vor 35 Jahren im Dezember eröffnet. Schon kurz darauf ist Frank Bayer Dauergast auf der Eisbahn. Er wohnt damals nur etwa fünf Minuten entfernt. Als Jugendlicher beginnt er bei der Eisdisco zu jobben. „Ich habe sogar Tore für die Eishockey-Mannschaft der Eintracht geschoben.“

Zwischen der Jugend und dem Arbeiten auf dem Eis hat der 49-jährige Wächtersbacher zehn Jahre als Elektriker gearbeitet. Dann rief die Eisbahn auch hauptberuflich: Eine Stelle als Sporthallen-Wart wurde frei. „1993 habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht – es gibt nichts Schöneres“, schwärmt der Eismeister.

„Wie tief ist denn der Natursee in der Halle?“

Sicher ist nicht immer alles rosig auf Frankfurts Eis. Denn: Es gab schon Todesfälle. Die hatten aber nichts mit Unfällen auf dem Eis zu tun. „Es sind leider schon drei bis vier Leute im Publikum oder in der Umkleide gestorben, zum Beispiel wegen eines Herzinfarktes“, erinnert sich Bayer. „Die schlimmste Verletzung, die sich jemand auf dem Eis zugezogen hat, war ein Beckenbruch. Den hatte eine Frau“, verrät der Eispfleger. In solchen Situationen können die Mitarbeiter nur einen Krankenwagen rufen – obwohl sie eine Erste-Hilfe-Ausbildung haben.

Da denkt er doch lieber an die lustigen Momente: „Zum Beispiel rief in meiner Anfangszeit eine Frau an und fragte, wie tief denn der Natursee in der Halle sei, wo die große Bahn ist. Da lachen heute noch alle Mitarbeiter drüber“, schmunzelt Frank Bayer.

Auf dem Eis die Ex-Frau kennengelernt

Bei viel Betrieb fährt er mit Elektro- oder Dieselmaschinen alle zwei bis zweieinhalb Stunden über die Eisflächen, um sie zu glätten. „Wir hatten hier immer viel Spaß – ob privat auf dem Eis oder bei der Arbeit“, sagt der Eispfleger. Ein langjähriger Freund aus der früheren Eis-Clique arbeitet auch seit drei Jahren in der Eissporthalle.

„Hier spielt sich sehr viel in meinem Leben ab. Ich habe meine Ex-Frau beim Schlittschuhlaufen kennengelernt“, erzählt Bayer. Außerdem habe er in der Hobby-Eishockey-Mannschaft mit den Kollegen gespielt: „Just for fun.“ Doch Frank Bayer ist nicht nur Herr über die vier Eis-Bahnen: Er arbeitet auch im Sommer auf der Bahn, wenn auf dem Gelände „Hessen tanzt“ oder die Dart-WM stattfindet.

„Man muss hier vielem gerecht werden. Wir machen alle Reperaturen selbst. Das ist das vielseitige Schöne an dem Beruf“, sagt der Mann, der nun nahezu zum Inventar der Eissporthalle gehört: „Ich wünsche mir, dass mir die Arbeit noch lange soviel Spaß macht.“

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