Kampf gegen tödliche Lähmung

Mann ohne Magen wieder krank 

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Frank Abels hofft auf eine Stammzellentherapie, aber die kostet mehrere tausend Euro. Foto: rz

Region Rhein-Main – Der Leidensweg, den Frank Abels aus Dietzenbach hinter sich hat, ist unmenschlich. Der 45-Jährige muss ohne funktionierenden Magen leben, weil ein Arzt versehentlich einen Nerv durchtrennt hatte. Von Christian Reinartz

Jetzt ist Abels wieder erkrankt. Diesmal tödlich. Er leidet unter einer Motoneuronenerkrankung. Die einzige Therapie, die Hoffnung gibt, ist in Deutschland aber noch nicht erlaubt. Und für eine Behandlung in Wien fehlt Abels das Geld.

Erkrankung macht Muskeln unbrauchbar

Alles fängt mit einem Kribbeln im Arm an. „Da hab ich mir noch keine Gedanken gemacht“, sagt der traurige Mann. Mittlerweile hängt sein linker Arm wie tot an ihm herunter. „Ich fühle noch was, aber bewegen kann ich ihn nicht mehr.“ Die Erkrankung frisst sich wie eine Seuche durch seine Nervenbahnen, macht nach und nach die Muskeln unbrauchbar. „Am Anfang dachte ich noch, es würde vielleicht nur am Arm bleiben“, sagt Abels. Doch neulich der Schock: „Da ist mein linkes Bein plötzlich weggeknickt.“

Die seltene Erkrankung mit dem schwierigen Namen Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), ist bisher nicht heilbar. Die Lebenserwartung beträgt im Mittel drei bis fünf Jahre. „Aber bei mir schreitet sie ziemlich schnell voran“, sagt Abels. Die Angst ist in seinen Augen zu sehen. „Aber vor dem Tod selbst fürchte ich mich nicht. Nur davor, dass ich irgendwann die Kontrolle verliere und nichts mehr selbst machen kann.“

Weinen kann der ehemals starke Mann nicht mehr. „Die Tränen haben aufgehört, als ich diese furchtbare Diagnose bekommen habe“, sagt er. Geblieben ist nur Hoffnungslosigkeit.

Kein Geld für teure Behandlung

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Als Abels erfährt, das Ärzte auf der ganzen Welt mittels Stammzellentherapie schon Erfolge bei ALS gemacht haben, schöpft er wieder Hoffnung. Doch die wird jäh gedämpft, als er hört, wie teuer die Behandlung ist.

In Deutschland ist die Stammzellentherapie nämlich nicht zugelassen, Krankenkassen zahlen keinen Cent. „Aber in Wien geht das“, weiß Abels. Er hat schon Kontakt zu einer Klinik aufgenommen und tauscht sich regelmäßig mit einem ALS-Kranken aus, dem die Therapie geholfen hat. Eine Garantie, dass die Therapie hilft gibt es nicht. Abels: „Aber das ist die einzige Hoffnung, die mir noch bleibt.“ Die Kosten: Viele tausend Euro. Geld, das Frank Abels nicht hat. „Meine jahrelangen Erkrankungen haben alles aufgefressen, was ich hatte. Ich kann mir nicht mal mehr alle Zuzahlungen für die Krankenkasse leisten.“ Er will nun das Geld mit allen Mitteln auftreiben. „Aber ich glaube nicht, dass ich schneller bin als die Krankheit.“

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