Kunst durch die Foto-Linse

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Das Spiel mit Licht und Schatten ist bei den Fotos von Andrea und Thomas Grewe essentiell.

Neu-Isenburg/ Mühlheim – Einfache Fotos knipsen war gestern. Beim Ehepaar Grewe aus Neu-Isenburg werden Bilder designt. Bis ins kleinste Detail sind ihre Shootings geplant. So entstehen kreative Kunstwerke durch die Fotolinse. Von Mareike Palmy 

Wie ein Bild am Ende aussehen muss, wissen Andrea und Thomas Grewe aus Neu-Isenburg schon vor jedem Shooting. Bis es aber soweit ist, muss ein Konzept erstellt werden, der Ablauf geplant sein, Modelle gecastet, Requisiten besorgt und ein Fototermin gefunden werden. „Vorbereitung ist bei unseren Shootings alles“, sagt Thomas Grewe. Doch ist das Bild erst im Kasten, ist die Arbeit längst nicht getan, denn beim Fotodesign geht es darum, Fotografie visuell zu gestalten.

Andrea Grewe

Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Visualisieren von Bildinformationen. „Mit Fotodesign versucht man beim Betrachter bestimmte Emotionen und Assoziationen hervorzurufen um beispielsweise ein Produkt gut zu verkaufen. Die Fotos werden mit speziellen Mitteln unter gut gewählten Bedingungen, wie Beleuchtung oder Location inszeniert und dann am Computer bearbeitet“, erklärt Andrea Grewe,
die sich auf die Bildbearbeitung spezialisiert hat. Stundenlang tüftelt sie manchmal am PC mit Photoshop und verliert sich in ihrer Arbeit, damit das Bild perfekt wird. Mit aufwendigen Effekten und Filtern verändert sie ihre Aufnahmen, so dass das Original am Ende manchmal nicht wieder zu erkennen ist.

Thomas Grewe

Wohl die wichtigste Eigenschaft zum designen von Fotos ist es, die kleinen Fehler zu erkennen. Wo verdeckt der Schatten der Nase ein Auge? Wie könnten die Brötchen noch knuspriger aussehen?“, weiß Thomas Grewe. Sein Markenzeichen ist die Lichtsetzung, denn „zur optimalen Darstellung des Objekts, gehört vor allem das richtige Licht“. So kann es schon mal sein, das es eine Ewigkeit dauert, bis das „perfekte Foto“ fertig ist.
Oft kommt es vor, dass unter 50 Fotos nur drei brauchbare zu finden sind. Besonders beim Fotografieren von Menschen muss man sich auf das zu fotografierende Model einstellen und viel Geduld beweisen.

Für Andrea und Thomas Grewe ist die Fotografie allerdings nur ein Hobby, in das sie aber sehr viel Zeit und Geld investieren: „Es ist ein schöner Gegensatz zu unserem Arbeitsleben. Unser Antrieb ist die Kreativität“, sagt Thomas Grewe, der hauptberuflich als Projektmanager im Informatikbereich tätig ist. In ihrem 250 Quadratmeter großen angemieteten Studio in Mühlheim entstehen die meisten ihrer Bilder. Die Ergebnisse ihrer Arbeit lassen sich dann auf Plakaten, im Internet oder in Katalogen wieder finden. Ob für Frisörbücher, einen Roller-Katalog oder Sportartikel, bei Grewes wird beim Shooting alles ins rechte Licht gesetzt. So wurde schon so mancher Familienurlaub finanziert.

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