Fluglärm-Gegner: So laut wird es bald im Taunus

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Günter Born (links) vom Verein Wohnen und Umwelt im Taunus und Berthold Fuld, zweiter Vorsitzender der Bundesvereinigung gegen Fluglärm, mit einer Fluglärm-Karte der Region. Die dunklen Linien zeigen, wo es laut ist.

Taunus – Die Südumfliegung macht Berthold Fuld Bauchschmerzen. Er ist zweiter Vorsitzender der Bundesvereinigung gegen Fluglärm und kämpft um mehr Ruhe im Taunus. Sollte die Südumfliegung kommen wie geplant, würde es lauter im Taunus werden, sagt er. Auch das Unfall-Risiko steige. Von Julia Renner

Vor wenigen Tagen begann die Deutsche Flugsicherung mit den geänderten An- und Abflugverfahren. Wenn die neue Landebahn im Herbst fertig ist, soll alles in geregelten Bahnen laufen. Künftig müssen die Piloten, wenn sie nach Norden wollen, wahrscheinlich zunächst Richtung Süden fliegen, um bei Mainz nach Norden abzudrehen. Der Kelkheimer Günter Born vom Verein Wohnen und Umwelt im Taunus und Berthold Fuld sind skeptisch.

„Die Deutsche Flugsicherung behauptet, dass es leiser wird, wenn die Flieger die Südumfliegung nutzen“, sagt Günter Born. Dem sei aber nicht so. „Unsere Auswertung zeigt: Die Flugzeuge werden tief gehalten.“ Und das erzeuge Lärm.

Es wird eng am Himmel

Hinzu kommt, dass die Jets nicht ungehindert steigen könnten. Berthold Fuld spricht von einem „verunglückten Anflugverfahren“. Sehr früh würden die landenden Flugzeuge niedrig fliegen und eben das behindere die startenden Jets beim Steigen.

Für die Fluglärm-Gegner spielt aber nicht nur der Krach der Flieger eine Rolle. Gerade im Raum Wiesbaden könne es eng am Himmel werden, wenn sich startende und landende Flugzeuge begegnen. Die internationale Luftfahrtkommission rate von sich kreuzenden Flugzeugen ab, sagt Born. „Ich denke an den Unfall am Bodensee vor einigen Jahren.“ 2002 waren zwei Flugzeuge ineinander gekracht, 71 Menschen starben. Es könne sein, dass das Verfahren 30 oder 40 Jahre gut gehe. Aber auch ein Unfall ist für Günter Born vorstellbar.

Ob diese von der Fluglärmkommission vorgeschlagene Südumfliegung tatsächlich umgesetzt wird, ist zwar noch nicht endgültig entschieden.

Die Fluglärm-Gegner könnten nun aber nicht mehr allzu viel tun, sagt Günter Born. Sie wollen die Öffentlichkeit auf dem Laufenden halten. „Und wenn die Deutsche Flugsicherung die Flugzeuge so lange wie möglich hoch halten würde, dann könnten wir uns damit schon irgendwie arrangieren“, sagt der Kelkheimer.

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