Flughafenausbau

Trotz Bau des Terminal 3: Flörsheim klagt weiter

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Mehrere tausend Menschen demonstrieren an der neuen Landebahn Nordwest am Flughafen in Frankfurt. Sie wurde dennoch in Betrieb genommen, wie auch das umstrittene Terminal 3 gebaut wird. Die Stadt Flörsheim kämpft trotz allem weiter, um die Auswirkungen des Flughafenausbaus zu begrenzen.

Flörsheim/Kassel – Die Stadt Flörsheim zieht wieder vor den Hessischen Verwaltungsgerichtshof und fordert darüber hinaus eine definierte Grenze für den Ausbau des Frankfurter Flughafens. Von Dirk Beutel

Jahrelange Klagen gegen die Inbetriebnahme der Stadtbahn Nord-West, über 130 Montagsdemonstrationen auf dem Frankfurter Flughafen und zahlreiche Bürgerinitiativen, die sich gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens zur Wehr setzen – all das hat nichts genutzt und nun baut der Flughafenbetreiber Fraport auch noch dem umstrittenen Terminal 3. Das bedeutet mehr Flugbewegungen und höhere Lärmbelastung. Flörsheim ist eine der Kommunen, die massiv unter Fluglärm und Wirbelschleppen zu leiden haben. Mehrere hundert Bürger haben bereits die Stadt wegen dieser Zustände verlassen. „Aber mittlerweile ist dieser Trend überstanden und wir verzeichnen wieder Zuzüge“, sagt Flörsheims Bürgermeister Michael Antenbrink.

Schutz gegen Wirbelschleppen

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Trotz der vielen juristischen Niederlagen kämpfen er und seine Stadt weiter und gehen den juristischen Weg bis zum Schluss. Am 28. und 29. April geht es vor dem Verwaltungsgerichtshof in Kassel um besseren Schutz vor Wirbelschleppen und die Betriebszeiten in den Nachtrandstunden.

Da müsste der für ein Jahr geplante, siebenstündige Lärmpausentest, der am Donnerstag gestartet ist, gerade recht kommen. „Wir finden alles gut, was den Anwohnern helfen könnte, deshalb warten wir die Probephase erstmal ab“, sagt Antenbrink: „Gerade die Zeit zwischen fünf und sechs Uhr ist hochsensibel, gerade für Kinder.“ Dass dieser Testlauf tatsächlich Entlastung bringt bezweifelt Antenbrink allerdings. Er fürchtet, dass dadurch der Lärm lediglich umverteilt werden wird.

Ausbau: Grenze muss definiert werden

Auf der anderen Seite sind Wirbelschleppen in Flörsheim immer noch ein Reizthema. Und das, obwohl Fraport die Kosten übernimmt, sobald ein Hausbesitzer einen entsprechenden Antrag zum Klammern stellt. „Aber nicht jedes Dach ist für diese Klammern geeignet. Wer dann etwa die Zusatzkosten übernimmt ist noch unklar. Ebenso die Tatsache, dass nicht jeder Eigentümer bereit ist, sein Dach klammern zu lassen, obwohl er das der Sicherheit wegen, machen müsste. All diese Dinge müssen geklärt werden.“

Ebenso wie die langfristige Frage: Wie weit darf sich der Frankfurter Flughafen überhaupt noch ausdehnen? „Da muss bald eine Grenze definiert werden. Und die massiven Proteste, die es schon jetzt gab, zeigen, dass wir die Grenze des Zumutbaren erreicht haben“, sagt Antenbrink. Dennoch bleibt der Verwaltungschef optimistisch: „Der Kampf gegen den Flughafenausbau hat sich gelohnt. Ohne den Einsatz der betroffenen Kommunen und Bürger gäbe es kein Nachtflugverbot. Ohne Proteste und den Gang durch alle juristischen Instanzen wäre die neue Landebahn schon seit mehreren Jahren zu wesentlich schlechteren Bedingungen in Betrieb.“

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