Arbeit der trägt langsam Früchte

Flüchtlingshilfe in Bad Soden: Panik hat sich gelegt

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Flucht aus der Heimat: Eine syrische Familie wartet in Beirut, Libanon, auf ihre Ausreise nach Deutschland.

Taunus – Der Flüchtlingsstrom nach Deutschland ebbt nicht ab. Die Kommunen kommen mit der Unterbringung kaum nach. Bad Soden hat nun eine Schippe draufgelegt. Von Dirk Beutel 

Momentan weiß niemand so recht, wie sich die Flüchtlings-Situation für Deutschland entwickeln wird. Millionen Syrer und Menschen aus anderen Krisengebieten sind derzeit auf der Flucht. Deutschland hat zugesagt, tausende aufzunehmen. Ganz zu schweigen, von denen, die sich auf eigene Faust durchschlagen. „Anfangs wurden wir von der Situation etwas überrollt, dass wir mehr Flüchtlinge aufnehmen sollen“, sagt Hermann Zengler, Fachbereichsleiter Bürgerservice und Kultur der Stadt Bad Soden: „Jetzt geben wir in diesem Bereich aber richtig Gas.“ Derzeit habe die Stadt bereits 16 junge Männer aus Eritrea aufgenommen. Sie sind im Wiesenweg untergebracht worden. Die Stadt hatte dort Zimmer angemietet.

Bad Soden arbeitet an neuen Unterkünften

Weitere Flüchtlinge werden folgen. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen es insgesamt 57 Menschen sein. Deshalb arbeitet Bad Soden mit Nachdruck an neuen Unterkünften. Unter anderem in der ehemaligen Taunussparkasse: „Wir hoffen, dass wir mit den Umbauarbeiten bis zum März fertig sind“, sagt Zengler. Dazu kommen als weitere Maßnahme Wohncontainer, die auf dem ehemalige Gelände der Großgärtnerei Sinai an der Niederhofheimer Straße aufgestellt werden sollen. Zengler: „Wenn alles fertig ist, haben wir Platz für bis zu 100 Menschen.“

Angst vor Kriminalität und Dreck

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Noch im Sommer sorgte die Aufnahme von Flüchtlingen für Wirbel bei einigen Bürgern. Angst vor Kriminalität, vor Dreck, dass man seine Kinder nicht mehr alleine in die Schule gehen lassen kann und, dass das teure Eigenheim an Wert verlieren könnte, machte die Runde (nachzulesen unter www.extratipp.com). „Diese Ängste wurden zerstreut“, sagt Zengler. Ein Netzwerk aus einem Arbeitskreis der Stadt, der ökumenischen Flüchtlingshilfe, der Schwalbacher Tafel und des Ausländerbeirats hat längst seine Arbeit aufgenommen und sich um Winterkleidung, Nahrung, Schulmaterial und Deutschkurse gekümmert. Zengler: „Da passiert auch vieles schnell auf dem kurzen Dienstweg.“

Jeden Dienstag gibt es zudem im wöchentlichen Wechsel in der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde ein gemeinsames Frühstück, um sich kennenzulernen. Pfarrer Jan Frey  hat nur gute Erfahrungen gemacht: „Einige waren am Anfang noch verhalten, aber jetzt ist da jeder offen und sehr zugewandt .“

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