Flörsheimer hat Petition eingereicht

Legalisierung von Drogen: Wird Rhein-Main jetzt wie Amsterdam?

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Ein Zug am Joint könnte schon bald ganz legal genossen werden, wenn die Petition für Cannabis-Social-Clubs Erfolg hat.

Flörsheim/Frankfurt –Der Flörsheimer Jan Rautenberg hat zwei Petitionen für Cannabis- Social-Clubs im Main-Taunus-Kreis gestartet und könnte damit eine Lawine lostreten, die zur Legalisierung der Droge führen könnte. Von Christian Reinartz

Jan Rautenberg.

Es sind nur fünf Seiten, gedruckt auf Umweltpapier, die im Flörsheimer Rathaus und im Hofheimer Kreishaus zurzeit für Aufregung sorgen. Aufregung deshalb, weil der Flörsheimer Jan Rautenberg den Parlamenten jeweils eine Petition unterbreitet hat, die auf die Einführung von Cannabis-Social-Clubs abzielt. Darin heißt es: „Der Kreis Main-Taunus möge gemeinsam mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern einen Modellversuch zur Abgabe von Cannabis zur medizinischen Nutzung und als Genussmittel konzipieren und eine entsprechende Ausnahmegenehmigung hierfür nach §3 (2) BtMG beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zu beantragen.“

Als konkretes Modell schlägt Rautenberg die Einführung von Cannabis-Social-Clubs vor, Das sind Clubs, in denen legal Cannabis angebaut und weiterverarbeitet werden darf. „Das würde den gefährlichen Schwarzmarkt sofort auflösen“, ist Rautenberg überzeugt. Denn in den von Dealern verkauften Drogen finden sich oft Streckmittel, die mitunter zu starken Gesundheitsschäden führen können. „Wenn es solche Clubs gäbe, gäbe es für die Konsumenten gar keine Notwendigkeit mehr, das Cannabis auf der Straße zu kaufen.“ Zudem würden die Konsumenten dann nicht mehr kriminalisiert werden. Positive Erfahrungen gäbe es bereits in den USA.

Erste Petition im Rhein-Main-Gebiet

Rautenberg ist der erste im Rhein-Main-Gebiet, der eine solche Petition bei seinem Parlament eingereicht hat. Zwar hatte auch ein Frankfurter das vor wenigen Wochen angekündigt, dann aber offensichtlich den Mut verloren. Laut dem Büro der Stadtverordnetenvorsteherin, sei zwar eine solche Petition angekündigt worden, aber nie bei der Stadt eingegangen.

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Forderung nach Cannabis-Social-Clubs

Bei Rautenberg ist das anders. Seine Petition ist nun im Entscheidungsprozess. Hat er Erfolg, könnte das eine Signalwirkung für andere Aktivisten der Cannabis-Szene haben. Georg Wurth vom Deutschen Hanfverband, der Rautenbergs Petition unterstützt, ist sicher: „Das könnte vielen Menschen Mut geben, in ihren Parlamenten ebenfalls eine solche Petition einzubringen.“ Er rechnet mit einer Bewegung von unten, an deren Ende die flächendeckende Einführung von Cannabis-Social-Clubs stehen könnte. Dass das nicht realitätsfern ist, zeigten die Stadtparlamente in Dänemark und der Schweiz. „In Zürich, Bern und Kopenhagen sind bereits Abgabestellen vom Kommunalparlament beschlossen worden“, sagt Wurth. Allerdings stelle sich da der Staat noch quer.

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