Der TÜV Süd prüft seit 150 Jahren Produkte im Auftrag der Sicherheit und Qualität

Feuerprobe für süße Teddys

Wie lange hält ein Akkubohrer? Welche Giftstoffe sind in Textilien enthalten? Wie schnell fängt ein Spielzeug Feuer? Diese Fragen beantwortet der TÜV Süd in seinen Prüflaboren in Frankfurt. Von Oliver Haas

Region Rhein-Main – „Menschen vor der schädlichen Auswirkungen der Technik zu schützen“. Diesen Leitspruch heftet sich der TÜV Süd seit 150 Jahren an seine Fahne. Vielen ist der private Dienstleister vor allem durch die Hauptuntersuchung beim Auto bekannt. Aber der TÜV prüft noch viel mehr. Firmen wollen wissen, wie sicher ihre Produkte sind oder ob sie ruhigen Gewissens eine bestimmte Garantie für das Gerät geben können. Und sie wollen letztlich auf ihrem Produkt das Gütesiegel GS sehen, das für „geprüfte Sicherheit“ steht.

Ein kurzer Gang durch die Prüflabore in Frankfurt zeigt das breite Spektrum, das die Experten abdecken. In einem quaderförmigen Gestell ist etwa ein Schleifgerät aufgebaut. Die Scheibe hat Ingenieur Boris Bernhardt vorher angeschnitten. Als das Gerät unter Schutzglas angeschaltet wird, knallt es. Die Schleifscheibe ist an der Schutzhaube vorbei rausgeflogen, steckt wie ein Dartpfeil in der Innenwand des Versuchsgestells. Test somit nicht bestanden. Denn: In der Welt außerhalb des Labors könnte die Schleif- dann locker in der Kniescheibe eines Heimwerkers stecken. Der Auftraggeber muss nachrüsten und die Schutzhaube verbessern. Ob Industriestaubsauger halten, was sie versprechen, wird in einem Staublabor getestet. Nägel werden eingesaugt und zu Prüfzwecken wirbelt Kreide und Kalk durch die Luft. Einen Raum weiter fristet ein Akkubohrer sein trauriges Dasein. Immer wieder wird er an- und ausgeschaltet. Aber der Akku hält seit 22 Stunden. Wie lange die Lebensdauer von bestimmten Kugelschreibern ist, wird an einer Konstruktion nebenan gemessen. Bis zu drei Kilometer Papier müssen es am Ende werden. Und ob eine Sprühflasche den Druck von mindestens acht Bar aushält wird ebenso geprüft. Auch Textilien wie Schuhe werden auf bestimmte Schadstoffe bis ins kleinste Detail von einer Vielzahl von Mitarbeitern auseinandergenommen.

Auch Hersteller von Spielzeug beauftragen die Tester in Frankfurt. So ist etwa die gesetzliche Vorgabe, dass aus Sicherheitsgründen das Feuer an einem Stofftier, sollte es aus welchen Gründen auch immer brennen, ganz schnell wieder ausgehen muss. Eine Bilderstrecke aus den Laboren und ein dramatisches Video, wie ein Teddybär die Feuerprobe nicht besteht, sind auf www.extratipp.com zu sehen.

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