Fette Kunst zum Waschen

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Die Seifenmanufaktur gleicht einem Chemielabor.

Babenhausen – Hier wird jeder Wasch-Tick zum Erlebnis: Maria Rose aus Babenhausen stellt Seifen, Peelings und Badekonfekt in ihrer Seifenwerkstatt her. Warum man dafür fast einen Doktortitel in Chemie haben muss, hat sie dem EXTRA TIPP beim Besuch in ihrer Seifenmanufaktur gezeigt. Von Mareike Palmy

Erst wird gerechnet, dann gerührt, dann dampft's und dann wird gegossen: Wenn Maria Rose Seifen siedet, geht es zu wie im Chemielabor: Öle, Fette, Düfte, Farben und Laugen stehen aufgereiht in der Küche. Alles ist sauber, fast wie im Operationssaal. Die Luft ist kalt und geschwängert von Seifen-Duft. Rose tippt auf ihrem Taschenrechner. Eine Schutzbrille verdeckt ihre Augen. „Es ist jedes Mal wieder spannend. Der Fantasie sind beim Seifenherstellen keine Grenzen gesetzt“, sagt die gebürtige Rheinländerin, während sie behutsam in einem Topf rührt. Langsam verflüssigt sich die Masse auf dem Herd. In ihren Kochtopf kommen nur pflanzliche Öle und Luxusfette.„Die muss man gut behandeln und darf sie nicht stressen“, erklärt die 49-Jährige.

Seit sie vor 17 Jahren einen TV-Beitrag zum Thema sah, ist sie fasziniert von dem duftenden Handwerk. Mit der Zeit wurde sie zum waschechten Experten: „Ich habe geforscht und mich richtig in das Thema reingekniet“, sagt Rose.

Saubere Sache: Eine fünf Kilo schwere Seifen-Torte hat Maria Rose hergestellt.

Doch das Seifesieden hat strenge Auflagen: Als Rose vor zweieinhalb Jahren ein Gewerbe anmeldete, musste sie für ihre Küche erst das Einverständnis vom Veterinäramt einholen.

Familie macht Probebaden

Ein Chemiker prüft zudem regelmäßig jede Zutat. Außerdem führt sie über alle Inhaltsstoffe einen Nachweis und für jede Seife eine Sicherheitsbewertung. „Das passiert zum Schutz der Verbraucher. Die Kosmetikverordnung ist streng. Da muss die Zusammensetzung stimmen“, so Rose. Deswegen testet sie auch jedes ihrer Produkte. Auch ihr Mann Kurt muss Probebaden. „Er macht das gerne. Unser Wasserverbrauch ist aber enorm angestiegen“.

Inzwischen hat sich ihr Können rumgesprochen. Sogar aus Südafrika bestellen Kunden. Über 20 Sorten hat sie im Angebot. Seifen in Form von Kaffetörtchen, dicken Frauen oder bunt marmorierte sind dabei. Allesamt kleine Kunstwerke. Ihr Sortiment verkauft sie regelmäßig auf dem Hanauer Wochenmarkt. Auf dem Babenhäuser Altstadtfest am 10. und 11. September wird sie mit ihren Seifen in der Schlossgasse zu finden sein. Nach Anmeldung empfängt sie Interessierte auch in ihrer Seifenmanufaktur, Telefon (06073) 710144.

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