Feldstecher und Hochsitz sind ihm nicht genug

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Der singende Jäger Manfred Ernst hat alte Jagd- und Wanderlieder neu aufgelegt.

Eppstein – Früher war er auf Tour mit Schlagergrößen wie Cindy und Bert oder Bata Illic. Jetzt ist der ausgebildete Entertainer Manfred Ernst als Solokünstler unterwegs und hat eine CD mit alten aber bekannten Wander- und Jägerliedern produziert. Von Dirk Beutel

Wenn Manfred Ernst in die schwarz-weißen Tasten seines Keyboards greift, dann fängt sein Schnauzer an zu wippen und die Schultern wippen im Takt mit. Dass er dabei ausgerechnet eine traditionelle grüne Jägerjacke und einen ebenso grünen Jägerhut trägt, ist keine Show, sondern echt: Manfred Ernst ist singender Jäger, der in sich die scheinbaren Gegensätze Jagd und Unterhaltung vereint.

Der Bremthaler ist nicht nur Jäger aus Passion, er hat zudem eine klassische Gesangsausbildung der besonderen Art genossen. Er wurde vom amerikanischen Opernsänger Joe Ames in Wiesbaden unterrichtet. Und zwar nicht nur im Gesang: „Ames legte besonderen Wert auf Unterhaltung und wie sich der Sänger auf der Bühne präsentiert“, erklärt Ernst.

Vor etwa 20 Jahren durchstreifte er als Bandleader mit der siebenköpfigen Pepitas Showband die Hallen und Säle der Region. In dieser Zeit tourte die Combo auch mit bekannten Stars der Schlagerszene wie Cindy und Bert oder Bata Illic durch die Lande: „Wir waren jedes Wochenende unterwegs und konnten gut von unseren Auftritten leben“, erzählt Ernst.

Mit Wanderliedern in den Musikantenstadl

Mittlerweile ist der 63-Jährige mit Keyboard und Akkordeon auf Solopfaden unterwegs und hat in dieser Zeit sein Repertoire erweitert: Zu den bekannten Hits der Beatles oder Jürgen Drews reihen sich nun auch Schmankerl wie „Mädel´ halt die Röcke fest“, der „Wildbretschütz“ oder das „Taunuslied“ ein – historische Jagd- und Wanderlieder aus dem 19. Jahrhundert, die der Bremthaler auf einer CD neu arrangiert und interpretiert hat.

Etwa anderthalb Jahre dauerte die Vorarbeit für die Produktion „Herrliche Jagd- und Wanderlieder“: „Das war gar nicht so einfach, weil ich weder auf Noten noch Partituren zurückgreifen konnte.“ Auf die Frage nach dem Warum, kommt der Naturmensch in Manfred Ernst heraus: „Singen hat heutzutage in unserer Gesellschaft nur noch etwas mit Zwang zu tun. Wer singt denn heute noch, wenn er wandern geht oder durch den Wald spaziert?“ Das stelle er auch bei seinen Jagdkollegen fest, vor allem bei den jüngeren.

Mit seinen Jagd- und Wanderliedern hat er es schon ins Musikantenstadl geschafft und trat auch schon beim Volksfest der Volksmusik auf. Doch Ernst betont, dass es sich bei seinen Jagd- und Wanderliedern nur um ein Nebenprojekt handelt. Sein Hauptaugenmerk gelte weiterhin den Galas, Geburtstagsfeiern, Hochzeiten, Schützenfesten und Karnevalsfeiern in der Region, bei denen er für gute Unterhaltung sorge.

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