Abseits der Filmpaläste

Die feinsten und kleinsten Kinos der Region

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Im „Orfeos Erben“ warten Erste-Klasse-Flugsessel auf den Zuschauer.

Region Rhein-Main – Kino – dabei kommen einem sofort die großen Ketten in den Sinn. Doch gerade die kleinen Filmspielhäuser haben ihren Charme, denn sie zeichnen sich nicht nur durch ihr besonderes Filmprogramm aus. Der EXTRA TIPP hat die schönsten Locations unter die Lupe genommen. Von Katrin Greschner

Volle Foyers, ausverkaufte Kinosäle – ein Besuch im Filmspielhaus gehört offenbar nach wie vor zu den Lieblingsbeschäftigungen der Menschen in Rhein-Main. Favorit sind dabei mittlerweile die großen Kino-Ketten. Diese trumpfen durch riesige Kinosäle auf und zeigen als erste die aktuellen Blockbuster. Für kleinere Kinos ist es deshalb schwer zu bestehen.

„Gerade bei kleineren Kinos merkt man aber, dass sich die Mitarbeiter besondere Mühe geben. Ihnen geht es dabei in erster Linie nicht um das Geld, sondern darum, ein ansprechendes Programm zu gestalten.“, sagt Louise Burkart, Gründungsmitglied des Filmkollektivs Frankfurt. Dies haben sich auch die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Frankfurter Uni-Kinos Pupille vorgenommen. Als ältestes Studentenkino bundesweit zeigt es montags und mittwochs eine Mischung aus Kultfilmen und Klassikern, Gegenwartskino und Kunstfilmen. Ganz wichtig: Auch Nicht-Studenten dürfen das Kino auf dem Uni-Campus Bockenheim zu einem Eintrittspreis von drei Euro besuchen. Das „Mal Seh’n“-Kino war lange das einzige Programmkino in Frankfurt. Heute zeigt es Filme aus aller Welt. Die Filmabende können Besucher im angeschlossenen Café bei Speisen und Getränken verlängern.

Auf First-Class-Flugzeugssitzen

Mit einem Sitz-Erlebnis der besonderen Art kann das Arthouse-Programmkino „Orfeos Erben“ im Herzen Frankfurts überzeugen. Während des Films dürfen die Besucher in einem von 79 First-Class-Flugzeugsitzen mit verstellbarer Rückenlehne und ausklappbarer Fußstütze thronen. Der ausklappbare Tisch komplettiert das Flugzeug-Feeling, und die Reise in die Welt des Films kann beginnen. Im Filmtheater Valentin in Frankfurt-Höchst erwartet die Besucher ein besonders royales Ambiente: Seit 2012 befindet es sich im barocken Bolongaropalast. Dort lassen sich Arthouse- und Stummfilme genießen, wo einst Heerführer während der Koalitionskriege quartierten.

Romantik-Fans kommen im Viktoria Theater in Dreieich auf ihre Kosten. Der Kinosaal ist mit kleinen Holzanrichten vor den Sitzreihen ausgestattet, auf denen während des Films laternenartige Lampen leuchten. Wen Hunger oder Durst quälen, der braucht keine Angst zu haben: Vom Film verpasst er nichts, denn die Bar ist in den Kinosaal integriert. Auch in der Kult-Kinobar in Bad Soden, die neben Filmen auch Konzerte, Kabarett-Abende und Live-Übertragungen bietet, lässt sich das ein oder andere Gläschen Wein während des Films, an der Bar im hinteren Teil des Kinos, genießen.

Das Hafen 2 in Offenbach liegt direkt am Mainufer. Auf der 7 Meter breiten Leinwand werden Filme aus dem Programmkino gezeigt. Nach dem Film darf rege diskutiert werden. Dafür eignet sich auch das angrenzende Café. Gibt es Konzerte im Anschluss an den Film, so können Kombi-Tickets erworben werden. Für gestresste Eltern sind die Sonntagnachmittags-Filme ein besonderes Highlight. Während sie den Film genießen, werden die Kleinen betreut. Kino ohne Werbung – Im Frankfurter Harmonie-Theater wird das Wirklichkeit. Zu sehen gibt es hier Arthouse-Filme, oft auch in Originalfassung mit deutschen Untertiteln

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