Im Fechenbach-Park

In Dieburg findet das erste Römerfest statt

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Römische Soldaten werden das Bild am 28. Juni im Dieburger Fechenbach-Park beim Römerfest mitprägen.

Dieburg – Wer demnächst im Dieburger Fechenbach-Park  lustwandelt, sollte ein freundliches „Salve!“ auf den Lippen haben: Denn dann begegnet er dort historisch verkleideten Gestalten, die an Dieburgs Vergangenheit erinnern. Von Jens Dörr 

Besonders im zweiten und Anfang des dritten Jahrhunderts blühte das Dieburger Mittelzentrum unter römischer Prägung auf, war Hauptort der Region Civitas Auderiensium. An diesen Teil der Geschichte erinnert heute unter anderem noch eine Dauerausstellung im Museum Schloss Fechenbach mit dem berühmten Mithras-Kultbild – der „Römerkreisel“ mit Jupitergiganten-Säule am Gefängnis und der Name der Stadthalle (Römerhalle). Am 28. Juni, von elf bis 18 Uhr, steigt im Park in der Stadtmitte das „I. Sollemnitas Romana“ – Dieburgs „1. Römerfest“.

Veranstalter sind die Freunde und Förderer Museum Schloss Fechenbach, die ihren Verein vor zehn Jahren gründeten, um das Geschichtsbewusstsein der Dieburger zu wecken und für den Erhalt des zwischen 2001 und 2007 für acht Millionen Euro sanierten und erweiterten Schlosses einzutreten. Was mit zehn Personen begann, hat heute 97 Mitglieder. „Zum Fest wollen wir die 100 vollmachen“, sagt Christine Klostermann, die Erste Vorsitzende. Und - bei freiem Eintritt - vor allem mit vielen Besuchern ins Römische Reich eintauchen.

Fest soll Zeitreise in das alte Rom sein

„Einerseits feiern wir damit unser Jubiläum, andererseits soll das Fest vor allem eine Zeitreise ins alte Rom werden“, so Klostermann. Sie selbst wird wie die meisten Vereinsmitglieder nicht in römisches Gewand schlüpfen - dafür ist für die Gastgeber am Fest schlicht viel zu viel zu tun. Den schauspielerischen Part übernehmen andere, teils aus reinem Spaß an der Freude dabei, teils gegen Gage engagiert: Soldaten und Senatoren geben sich wie die „einfache“ römische Bevölkerung ein Stelldichein.

Die Soldaten werden dabei ein Feldlager errichten, Schlachtenluft schnuppern lassen. Nebenan ist eine Heeresschreibstube ebenso zu finden wie verschiedene Stände mit Schmuck, Kräutern, römischen Heilmethoden, Düften und Salben. Ein Schuhmacher geht seiner Arbeit nach wie auch ein Stofffärber. Die Cornubläser, die mit dem auffälligen Instrument einst den Marsch bliesen, werden auch in Dieburg Augen und Ohren auf sich ziehen. Einen größeren Auflauf dürfte es zudem um zwölf, 14 und 16 Uhr an der Treppe des Fechenbach-Schlosses geben: Für diese Zeiten ist dort jeweils eine Modenschau mit römischen Gewändern angesetzt. Herausragend ist zudem ein zehn Meter langer Nachbau eines römischen Flussschiffes, das in Dieburg allerdings nicht in der Gersprenz, sondern auf dem Trockenen sein Plätzchen finden wird.

Beim „Römerfest“ ist derweil nicht nur Lauschen und Staunen, sondern auch Mitmachen Programm: Kinder wie Erwachsene können an verschiedenen Stationen Mosaike selbst gestalten, römische Kinder- sowie Brettspiele ausprobieren, römische Münzen prägen, weben oder sich römische Frisuren machen lassen. So gestylt passt anschließend ein römisches Mahl besonders gut: Unter anderem Oliven, Fladenbrot und ein typisches römisches Linsengericht erwarten die Besucher. „Es gibt aber auch Bratwurst“, beruhigt Klostermann die weniger Experimentierfreudigen.

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