Wo gibt es den besten Burger in Rhein-Main?

Wer ist Kult? Der Burger-Krieg von Niederrad

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Sie hat das Erfolgsrezept: Fatma Michel ist in die Fußstapfen der Burger-Ikone Berta Novak aus Niederrad getreten. Doch ein anderer Imbiss will ihr das Geschäft madig machen.

Frankfurt – Der Burger ist Kult. Und das schon seit 1966 in Niederrad. Doch zwei Imbisse kämpfen um den selben Titel für ihren Laden. Von Angelika Pöppel

Saftiges Fleisch, glasige Zwiebeln und einen ordentlichen Schuss Ketchup: Den besten Burger Deutschlands gibt es bei Fatma Michel in Niederrad – dass beweisen zahlreiche begehrte Gastro-Awards. Darunter auch die Auszeichnung für den besten Imbiss Deutschlands. Kein Wunder. Denn die 50-Jährige führt die Burger-Tradition der Imbiss-Ikone Berta Nowak seit Jahren weiter. Der Name des Kultimbiss‘ ist also Programm. Doch der Kult herrscht auch drei Häuser weiter: Aydin Kiraz, Inhaber des „Kult Burger House“ brät hier ebenfalls Burger und Co. Und genau dieser Name bringt Fatma Michel zum Kochen: „Viele Kunden kommen extra aus Hanau oder Wiesbaden, weil sie von uns gehört haben und landen dann beim falschen Imbiss.“ Denn in der Melibocus Straße in Niederrad reihen sich zahlreiche Imbisse aneinander. Der kultige Imbiss von Aydin Kazir ist allerdings direkt am Anfang der Straße. „Das einzige Ziel des Besitzers an der Ecke ist ganz klar, dass Kunden ihn mit uns verwechseln. Leider funktioniert das auch zu oft. Häufig sehe ich unsere Kunden dort hingehen, weil sie länger nicht mehr da waren und noch nicht wissen, dass wir umgezogen sind. Die sind dann sehr enttäuscht. Freuen sich aber riesig, wenn sie mich dann später im neuen Laden entdecken“, sagt Michel.

Kunden werden absichtlich in die Irre geführt

Das Kult Burger House in Niederrad ist zwar die Geburtsstätte des kultigen Imbiss von Berta Novak vor 48 Jahren – das Erfolgsrezept wird allerdings an anderer Stelle weitergeführt

Auch Aydin Kiraz  besteht auf das Prädikat Kult. Schließlich beherbergte das Eckgebäude, indem er heute arbeitet, den berühmten Kultimbiss von Berta Novak. Bereits 1966 eröffnete sie damals den ersten Imbiss in der Straße, der bis über die Grenzen Hessens hinaus bekannt wurde. Bei Novak gab es Burger, Pommes und Bratwurst von regionalen Bauern. Auch der Nierenspieß, typischer Imbissklassiker der 60er- und 70er-Jahre, durfte nicht fehlen. Erst mit 72 Jahren gab sie das Geschäft weiter. „Sie legte viel Wert darauf, dass ihr Konzept genauso weiter geführt wurde“, erinnert sich Fatma Michel. 2005 übernahm die gebürtige Türkin das Geschäft und steht bis heute mit Leidenschaft hinter dem traditionellen Erbe. Vor drei Jahren zog sie aus dem Eckgebäude aus, um größere Räume mit Sitzplätzen und Gäste-Toiletten zu beziehen. Heute befindet sich ihr Kultimbiss drei Häuser weiter in der Melibocus Straße 35 a.

Der Begriff "Kult" lässt sich nicht schützen

Kurze Zeit später eröffnete das Kult Burger House im alten Eckhaus und der Krieg am Burgergrill war eröffnet. „Leider kann man den Begriff ,Kult´ nicht schützen“, sagt Michel. Und so prangern über dem Eckhaus-Imbiss bis heute die vier großen Buchstaben „KULT“. „Und der Name bleibt“, betont der Inhaber. Er setzt sogar noch einen drauf und will in den nächsten Wochen das Schild erneuern lassen: „1966 Kult Burger House“ soll für Qualität werben. Dabei stellt Kiraz klar: „Wir wollen gar keinen Vergleich. Wir haben ein ganz anderes Konzept.“ Bei ihm gibt es den typisch amerikanischen Burger mit Röstzwiebeln, geschmorten Zwiebeln und rohen Zwiebeln. Das Fleisch komme von einem großen Lieferanten täglich frisch, und die Soße ist nach eigener Rezeptur. „Alle Kunden waren bisher zufrieden“, betont Kiraz.

Doch auch Michel ist von ihrem Konzept überzeugt. Der große Andrang während der Mittagszeit und abends zeigt, welchen Imbiss die Kunden wirklich schätzen. „Wer einmal bei mir isst, kommt immer wieder und bringt auch seine Freunde mit.“ Auch nach neun Jahren hinterm Grill führt die 50-Jährige die fleischige Tradition akribisch weiter. „Bei uns kommt nur Frische auf den Teller, keine Tiefkühlware“, sagt sie. Jeden morgen hole sie das Fleisch frisch vom Bauern. „Wir haben mittlerweile Kunden der dritten Generation“, freut sich die Inhaberin und stellt klar: „Kult sind die legendären Original-Rezepte von Berta Nowak. Und die sind es, die den Kunden seit 1966 schmecken.

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