Fastenmonat hat begonnen: Nur Atmen ist erlaubt

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Sehnsuchtsort vieler Türken im Ramadan: Die Sultan-Ahmed-Moschee in Istanbul, auch Blaue Moschee genannt.

Region Rhein-Main – Nein, als Klein-Istanbul möchte Kazim Erdogan das Gelände In der Schildwacht 15 in Frankfurt-Griesheim nicht bezeichnen. Aber der Vorsitzende des Türkischen Kulturzentrums hätte nichts dagegen, dass in den kommenden Wochen dort ein ähnliches Flair herrscht wie an der Istanbuler Sultan-Ahmed-Moschee.

Denn erstmals lädt der Frankfurter Verein während des am vergangenen Freitag begonnenen Fastenmonats Ramadan nicht nur die Gläubigen zum Gebet ein, sondern es findet jeden Abend bis zum 18. August ein abwechslungsreiches kulturelles Programm statt.

Es ist eine besondere Zeit, die wir besonders zelebrieren möchten“, sagt Erdogan und ergänzt: „Für mich ist das Schönste am Ramadan das gemeinsame Essen mit Familie und Freunden.“ Und um die Gemeinschaft möglichst groß zu bekommen, sind auf dem Gelände jetzt nicht nur viele Verkaufszelte aufgebaut worden, sondern es wird jeden Abend ab 20 Uhr Musik, traditionelle Tänze und vieles mehr geben.

21.30 Uhr ist an diesem Sonntag die Uhrzeit, an dem die Sonne untergeht und die tagsüber Fastenden wieder essen dürfen. Bis zum Ende des Fastenmonats schiebt sich diese Grenze immer weiter nach vorne. Am 18. August schließlich verschwindet die Sonne bereits um 20.46 Uhr vom Horizont.

Im Großen und Ganzen glaubt Kazim Erdogan, dass die Nicht-Muslime mittlerweile über den einmonatigen Fastenbrauch sehr gut informiert sind. Doch ein Irrtum hält sich immer noch hartnäckig, wohl auch deshalb, weil es sich viele einfach nicht vorstellen können: Fastende verzichten tagsüber nicht nur aufs Essen, sondern auch aufs Trinken. „Nur Atmen ist erlaubt“, sagt Erdogan und lacht wohlwissend. Er selbst weiß, dass die ersten Tage im Ramadan die härtesten sind. Aber er hat wieder vorgesorgt und Urlaub genommen. Wie viele andere Muslime auch. nkö

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