Allein 90 Eishockey-Stadien

Familie Strüfing aus Frankfurt sammelt Stadionbesuche

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Gigantisch: Das Stadion der Miami Dolphins. Anja und Jens Strüfing schauten sich dort das Football-Spiel Miami gegen die Buffalo Bills im Oktober 2013 an.

Region Rhein-Main - Anja und Jens Strüfing  planen ihre Urlaube zuweilen nicht nach den schönsten Stränden, sondern nach Besuchen bei Eishockey-, Fußball- oder Footballspielen. Von Norman Körtge 

„Es ist schon praktisch, wenn die Frau die Leidenschaft teilt“, meint Jens Strüfing. Denn ansonsten wäre es fraglich, ob der Frankfurter in den vergangenen Jahren es geschafft hätte, 90 Eishockey-Stadien  in acht Ländern zu besuchen. Aber Anja Strüfing  tickt genauso wie ihr Mann und war oft mit dabei. Kein Wunder: Kennengelernt haben sie sich in der Eissporthalle als eingefleischte Fans der Frankfurter Löwen. Und die Freude am gemeinsamen Sport schauen löste bei den beiden eine besondere Sammelleidenschaft  aus.

Möglichst viele Spiele in verschiedenen Stadien besuchen

Groundhopping nennt sich das verrückte Hobby, bei dem es darum geht, Spiele in möglichst vielen Stadien zu besuchen. Ursprünglich von Fußballfans ins Leben gerufen, hat auch Fans anderer Sportarten die Sammelwut gepackt. Bei Strüfings sind es speziell Eishockey-Arenen, aber auch Fußballstadien, Football-, Basketball- und Baseballspiele haben es den beiden angetan. Auf die beachtliche Zahl von allein 90 Eishockey-Stadien ist Jens Strüfing auch deshalb gekommen, weil er als ehrenamtlicher Chef-Statistiker der Löwen bei fast allen Auswärtsspielen in der Regionalliga und Oberliga mit dabei war.

Dennoch gibt sich Strüfing bescheiden: „Unter Groundhoppern bin ich eher ein Waisenknabe“, meint er. Sein Bruder beispielsweise kenne wahrscheinlich alle Fußballplätze bis runter in die sechste Liga, während Jens Strüfing noch nicht einmal alle Bundesliga-Stadien in seiner akribisch geführten Liste aufweisen kann.

Im Urlaub werden immer zahlreiche Sportveranstaltungen eingeplant

Auf ihren Urlaubsreisen versuchendie Strüfings möglichst viele Stadionbesuche im In- und Ausland einzuplanen. „Schon alleine das Planen macht unheimlich viel Spaß“, erzählt der 47-Jährige. Das hat sich auch auf Sohn Timo übertragen. Der 18-Jährige ist bald für drei Monate in Kanada und hat bereits ausgearbeitet, welche Stadien und Spiele er besuchen möchte.

Eisig: Die Strüfings beim Eishockey-Winter-Game Schweizer "Winter Classic" (Freiluftspiel) im Stade de Genève zwischen Servette Genf und dem HC Lausanne.

Zu den fußballerischen Höhepunkten Jens Strüfings gehörten bereits das Estadio Bernabeu von Real Madrid und Estadi Camp Nou in Barcelona. Reizen würde ihn vor allem noch die englische Liga. An der White Heart Lane der Tottenham Hotspurs war er bereits. Die Anfield Road in Liverpool und das neue Wembley-Stadion in London stehen auf der Wunschliste der Strüfings. Genauso wie einmal ein Fußball-Weltmeisterschafts-Spiel im Ausland zu sehen.

Fasziniert sind Anja und Jens Strüfing von der familiären Stimmung, die in den USA etwa bei Football-Spielen herrscht. Beide fiebern allerdings schon der Eishockey-WM 2017 entgegen, die in Deutschland und Frankreich ausgetragen wird.

Bis dahin wird die Sammelleidenschaft wahrscheinlich auch etwas ins Stocken geraten. Babypause ist angesagt. Im Juli kommt eine neue Generation eines vielleicht zukünftigen Groundhoppers zur Welt.

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