Fahrer sauer: „Taxigewerbe wird mit Füßen getreten“

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Peter Vlach, Uwe Schwanke und Gazi Atig (von links) mit einem ihrer Taxis, mit dem sie gerne öfters Fahrgäste in Frankfurt befördern wollen.

Frankfurt – Zwölf Stunden Arbeit, 40 Euro Lohn und wenig Aussichten auf Besserung. Wenn der Frankfurter Taxifahrer Peter Vlach Bilanz aus vergangenen Sommertagen zieht, wirkt er niedergeschmettert. Wenn er auf die zunehmenden Probleme seiner Zunft, insbesondere im jetzt beginnenden Weihnachtsgeschäft hinweist, ist er zornig. Sein Fazit: Die Stadt behindert seine Arbeit. Von Axel Grysczyk

Verantwortlich seien die immer schlechter werdenenden Haltplätze für die Taxifahrer. Das sehen auch seine Kollegen Uwe Schwanke und Gazi Attig so, die alle im Taxiring, einer Interessengemeinschaft Frankfurter Taxiunternehmer und Fahrer, organisiert sind. Die Halteplätze verschwinden aus der Stadtmitte und werden an für die Taxifahrer unrentable Plätze verlegt. Zudem werden sie zunehmend verkleinert oder verlagert. Schwanke: „Beispiel Paulsplatz. Unser Halteplatz ist jetzt 100 Meter entfernt von dem altem Halteplatz. Wer vom Weihnachtsmarkt kommt, nimmt uns kaum wahr. Ähnlich ist es an der Hauptwache.

Interessengemeinschaft Frankfurter Taxiunternehmer und Fahrer im Internet:

www.taxiring-frankfurt.de

Dort sei es besonders ärgerlich, weil Kunden, die mit Einkaufstüten bepackt, neuerdings erstmal hundert Meter laufen müssen, um an die Taxis zu gelangen. Zudem seien weniger Taxi-Haltemöglichkeiten vorhanden. „Das ist kundenunfreundlich. Außerdem nutzen dadurch immer mehr Taxi-Kunden andere Verkehrsmittel.

Auch das Einsteigen und vor allem das Ausladen werde immer schwieriger. Schwanke greift wieder das Beispiel Paulsplatz auf. „Einige Kollegen halten einfach vor dem Zebrastreifen zwischen Römergerg und Neue Kräme. Und dann nehmen sich richtig Zeit beim Ausladen. Dadurch hoffen sie, dass sie von neuen Kunden angesprochen werden. Dadurch entsteht gerade jetzt zum Weihnachtsmarkt ein Verkehrschaos. Das ist doch kein Zustand“, sagt er.

Gazi Attig fordert mehr Halteplätze für Taxis im City-Bereich. Vor allem an Plätzen, an denen es sich auch lohne. „Denn wenn wir irgendwo halten oder in zweiter Reihe wie am Hauptbahnhof, kommt das Ordnungsamt und verpasst uns gleich hohe Strafen“, erklärt er. Für Peter Vlach muss sich endlich etwas ändern, ansonsten ist es nicht mehr lukrativ. Derzeit steht für ihn fest: Die Stadt tue zu wenig für die Taxifahrer. Vlach: „Das Taxigewerbe wird mit Füßen getreten.

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