Lynchjustiz und wilde Beschuldigung

Facebook-Gruppe macht Jagd auf Sexualstraftäter aus Frankfurt

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Die Facebook-Seite "Auf der Jagd nach dem Vergewaltiger"

Frankfurt - Seit einer Woche fahndet die Frankfurter Polizei nach einem mutmaßlichen Sexualstraftäter mit Phantombild. Sechsmal soll der Mann versucht haben Frauen zu vergewaltigen. Auch eine Facebook-Gruppe macht Jagd auf den Unbekannten und macht sich damit strafbar.

Wie die Polizei berichtet, hat die Serie an Sexualstraftatenam Samstag, 19. Oktober begonnen. Sechs Frauen hat ein unbekannter Mann innerhalb weniger Wochen überfallen und versucht zu vergewaltigen. Am 2. November ging auch die Facebook-Seite "Auf der Jagd nach dem Vergewaltiger" online. Viele veröffentlichen und teilen eigenständig Fahndungsaufrufe, ohne dass sie sich erkundigen, ob es sich um tatsächlich aktuelle Fälle handelt. Offen rufen Mitglieder der Facebook-Gruppe zur Lynchjustiz auf. So wurde unter anderem ein Foto eines Mannes abgebildet, der dem Verdächtigen ähnlich sieht, jedoch nicht der Täter ist. Unschuldige werden so schnell verurteilt und wüst beschimpft. Juristen warnen davor, denn private Fahndungsaufrufe bei Facebook können schnell Straftatbestände erfüllen oder nach sich ziehen.

Knapp 10.000 Nutzer sind bereits “Fan” dieser Seite. Es ist nicht nachvollziehbar, wer der Betreiber der genannten Seite ist. Die Frankfurter Polizei beschäftigt sich bereits mit dem Facebook-Fall.

Täterbeschreibung

Das Phantombild

Der Mann wird als 30 bis 35 Jahre alt, 1,75 bis 1,80 Meter groß und von süd- oder südosteuropäischem Erscheinungsbild beschreiben. Er hat zudem kurze, dunkle Haare und eine kräftige Gestalt. Der mutmaßliche Täter wurde von Opfern ebenfalls als „stämmig“ und „wohlgenährt“ beschrieben. Er hat dunkle Augen, dunkle, kräftige Augenbrauen, keinen Bart und träg auch keine Brille.

red

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