Kriminologe Markus Wortmann erklärt den Online-Betrug

Facebook-Fake: So zocken falsche Freunde ab

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User sind geschockt, wenn sie auf ein gefälschtes Facebook-Profil reingefallen sind und Geld verloren haben. Dabei gibt es Maßnahmen, die das verhindern können.
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Region Rhein-Main – Es fängt harmlos an mit einer Freundschaftsanfrage bei Facebook. Doch wer nicht aufpasst, wird anschließend schnell und risikolos für den Täter um sein Geld betrogen. Der EXTRA TIPP zeigt, wie das verhindert werden kann. Von Oliver Haas.

Die Masche ist mies: Zunächst trudelt bei Facebook eine Freundschaftsanfrage ein von jemandem, mit dem man eigentlich schon befreundet ist. Doch viele denken sich nichts dabei und klicken die Freundschaft erneut an. Zumal das Profil reichlich bekannte Bilder des vermeintlichen Freundes enthält. Wenig später bekommt das Opfer eine Nachricht von dieser Person: „Ich habe leider deine Handynummer nicht mehr, ich brauche sie aber dringend“. Markus Wortmann, Kriminologe und Polizeiwissenschaftler aus Eschborn beschreibt, wie der Betrug dann abläuft: „Wird die Nummer preisgegeben, erhält das Opfer, wie vom neuen ,Freund´ angekündigt, kurz darauf eine SMS vom Online-Bezahldienst „Zong“ mit einem Zahlencode. Da Zong zu Paypal gehört, wird hier nur Paypal als Absender der SMS erkennbar. Den erhaltenen Code gibt der Geschädigte dann wieder über den Facebook-Chat an den vermeintlichen „Freund“ weiter.“ Dadurch werde ein Zahlungsvorgang bestätigt und über den Mobilfunkanbieter wird das Kundenkonto belastet.

Um bis zu 50 Euro betrogen

„Meist sind es zwischen 20 und 50 Euro, über die die Betrüger durch die Übermittlung des Codes für Internetgeschäfte verfügen können“, weiß Wortmann. Das Geld wird dem Empfänger sofort gutgeschrieben. Aber: Da dieser in der Regel im Ausland sitzt, ist er außerhalb der rechtlichen Zuständigkeit der deutschen Polizei. Eine spätere Rückbuchung des Betrages gestalte sich oftmals schwierig und sei nahezu unmöglich. Daher plädiert der Kriminologe, dass persönliche Daten stets vertraulich behandelt werden sollten. „Sichern Sie ihre Online-Profile über die Sicherheitseinstellungen nach außen so ab, dass ihr Profil nur schwer kopiert werden kann. Freundeslisten und Fotos sollten nicht öffentlich einsehbar sein.“

Wenn ein sogenannter Freund aus einem sozialen Netzwerk nach persönlichen Daten fragt, soll man sich im Zweifel telefonisch vergewissern, dass der Freund echt ist.

SMS nicht bestätigen!

„Keinesfalls sollte die Paypal/Zong-SMS bestätigt werden, wenn diese nicht persönlich und wissentlich initiiert wurde, um ein Geschäft abzuschließen“, warnt Wortmann. Wer eine SMS dieser Art erhalten hat, sollte unbedingt den echten Facebook-Freund darüber informieren, dass sein Account manipuliert wurde. „Wer selbst Opfer durch eine derartige Straftat geworden ist, sollte beim Mobilfunk-Vertrag schnellstmöglich eine Drittanbietersperre sowie Sperrung kostenpflichtiger Rufnummern einrichten und sich umgehend an die Polizei wenden “, sagt Wortmann.

Weitere Informationen zum Thema Internetsicherheit gibt es unter: www.sicheres-netz-hilft.de und www.initiative-it-websicherheit.de

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Oliver Haas

Oliver Haas

E-Mail:oliver.haas@extratipp.com

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