Thema Verkehr

EXTRA TIPP-Leser fragen, Peter Feldmann antwortet

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EXTRA TIPP-Redakteur Christian Reinartz (links) stellt Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann im Römer die Fragen unserer Leser.

Frankfurt - Zahlreiche Leser haben die Chance genutzt und Oberbürgermeister Peter Feldmann ihre Fragen zum Thema Verkehr gestellt. Wir haben ihm die drei interessantesten Einsendungen überbracht – und Antworten erhalten. Von Christian Reinartz

Hajo Becker: Wieso ist das Fahren mit den Öffentlichen in Frankfurt so unverschämt teuer? Knapp neun Euro für ein Ticket aus dem Umland nach Frankfurt und zurück ist Wahnsinn. Da brauchen Sie sich nicht wundern, wenn jeder mit dem Auto reinfährt. Andere Städte sind viel billiger.

Feldmann: Zunächst einmal: Sie zahlen beispielsweise in München und Düsseldorf für eine Hin- und Rückfahrkarte ins Umland über zehn Euro. Generell sind Fahrten mit Bus und Bahnen aber teurer geworden. Das liegt hauptsächlich an den gestiegenen Energiekosten. Natürlich wollen wir – meine Amtskollegen im Umland und ich – die Fahrpreise so niedrig wie möglich halten. Wir müssen aber unsere Preispolitik überdenken, wonach wir nach starren Tarifgrenzen zahlen. Warum soll eine Fahrt von Offenbach nach Oberrad mehr kosten als eine Fahrt von Fechenheim nach Höchst. Es gibt auch eine ganze Reihe von Angeboten wie das Jobticket für Arbeitnehmer, die CleverCard für Schüler, das Mieter- und das Seniorenticket, die deutlich günstiger sind als ein Einzelticket. Diese empfehle ich ausdrücklich. Je mehr Menschen den RMV nutzen, desto günstiger wird es.

Rudolf Dirnberger: Es wäre schon viel geholfen, wenn man die Ampelschaltungen optimieren würde. Zum Beispiel gibt es in anderen Städten intelligente, vom Verkehrsaufkommen abhängige, Schaltungen. Warum können Rechtsabbieger nicht fahren, wenn Linksabbieger im Gegenverkehr Grün haben, und warum gibt es nicht den Grünen Pfeil? Eines der Beispiele: Warum ist die Ampel Adenauer- zur Berliner Straße rot, wenn Geradeaus Grün hat?

Feldmann: Alle Ampeln in Hauptverkehrsstraßen sind in Frankfurt mit einer verkehrsabhängigen Steuerung versehen. Hier gibt es kein Defizit. Alle Verkehrsteilnehmer, egal ob mit dem Auto, Fahrrad oder als Fußgänger genießen gleiche Rechte. Der öffentliche Nahverkehr dagegen wird privilegiert. Bereits seit Jahren läuft ein Programm, alle Ampelanlagen auf Straßen mit ÖPNV-Verkehr so umzurüsten, dass Busse oder Bahnen bei einer Annäherung an eine Ampel freie Fahrt erhalten. Dies trägt dazu bei, den ÖPNV attraktiver und schneller zu machen. Den Grünen Pfeil haben wir natürlich auch in Frankfurt ausprobiert. Leider wurden die Straße querende Fußgänger oft gefährdet. Dort wo es gefahrlos ist, haben wir sie belassen. Zur Konrad-Adenauer Straße: Die Kreuzung wird von vielen Fußgängern genutzt und insbesondere von vielen Sehbehinderten. Um gerade diesen Menschen zu ermöglichen, die Kreuzung in einem Zug zu überqueren, ist diese Schaltung unumgänglich.

Andrea Assmann: Was sollen denn die vielen gleichzeitigen Baustellen? Klar, die Straßen müssen gemacht werden, aber doch nicht mit tage- und wochenlangen Leerlaufzeiten, in denen gar nix auf der Baustelle passiert? Machen Sie doch mal ein bisschen Druck, dann würden die Dauerstaus auch nicht so viele aufregen.

Feldmann: Frankfurt ist eine prosperierende, dynamische Stadt mit reger Bautätigkeit. Unser Frankfurt wächst, wir bauen, damit alle, die es wollen auch eine bezahlbare Wohnung in Frankfurt haben können: Denken Sie hier nur an die großen Wohnungsbauprojekte. Leider muss aus Platzgründen häufig die Straße für die Baustelleneinrichtung in Anspruch genommen werden. Vor drei Jahren haben wir, genau aus den Gründen, die Sie nennen, eine neue Baustellenkoordination im Straßenverkehrsamt gegründet. Ziel ist es mit Bauarbeiten noch stärker in Ferien- oder Nachtzeiten zu gehen. Die Baustellenkoordination kümmert sich genau um die von Ihnen angesprochenen Probleme. Vorschläge von Bürgern sind für uns keine Belästigung, sondern ausdrücklich erwünscht. Auf der Website www.mainziel.deerhalten Sie viele Antworten.

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