Kommentar

Anstand würde der Deutschen Bahn gut tun

Nicht alles, was juristisch einwandfrei ist, ist auch menschlich. Ein Kommentar von Christian Reinartz

Doch anstatt das im Hinterkopf zu behalten und einen Kompromiss zu suchen, der auch für Helma Engelhardt annehmbar ist, demonstriert die Bahn eindrücklich, dass der Riesenkonzern schon längst taub ist, wenn es um die Sorgen und Nöte der Menschen und Kunden geht. Nicht mal in der Pressestelle, wo man eigentlich genau solche Kompetenzen erwarten würde, scheint man zu begreifen, dass Anstand eine Tugend ist, die auch ein Mega-Konzern beherrschen sollte. Stattdessen wähnt sich die Bahn im Recht, wenn sie einer Seniorin den Familiengarten samt Hundegräbern wegnimmt. Der Bevölkerung sind Paragrafen aber egal. Dort kommt nur eines an: Das Riesenunternehmen Deutsche Bahn nimmt einer armen, alten und wehrlosen Frau ihren Garten weg und schert sich nicht um deren Probleme. Die Unternehmenskommunikationen anderer Konzerne würden so etwas Supergau nennen. Bei der Bahn hat man sich an sowas offenbar schon längst gewöhnt.

Lesen Sie hier den zugehörigen Artikel „Zoff ums Grundstück: 78-Jährige streitet sich mit der Deutschen Bahn“.

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