27 statt sieben: Experten glauben, dass viele nach Frankfurt ziehen werden

EXTRA TIPP deckt im Häftlings-Streit auf: Es kommen doch mehr Gewalttäter frei!

Frankfurt – Die Angst vor frei herumlaufenden Gewalttätern wird immer größer. Während Kassel und Marburg schon jetzt mit jeweils drei der gefährlichen Kriminellen hadern, durften sich die Frankfurter bisher sicher fühlen. Doch das könnte sich bald ändern. Aus Landtagskreisen erfuhr der EXTRA TIPP: Es sollen noch weitere 21 Häftlinge in Hessen freigelassen werden. Von Christian Reinartz

Zur Zeit wiegt man sich im Rathaus noch in Sicherheit. Dezernatssprecherin Dore Struckmeier-Schubert: „Wir haben keine Nachricht und gehen davon aus, dass wir niemanden haben.“

Dass sich einige der 21 übrigen Gewalttäter Frankfurt als Wohnort aussuchen werden, sehen Experten als „hochwahrscheinlich“ an. Schließlich könne man im Rhein-Main-Gebiet relativ ungestört in der Anonymität leben. Zum Hintergrund: Der Europäische Gerichtshofs für Menschenrechte hatte die nachträgliche Sicherungsverwahrung für Gewaltverbrecher für nichtig erklärt. In Folge kommen deutschlandweit Schätzungen zufolge über 70 Straftäter frei. Obwohl von ihnen immer noch eine große Gefahr für die Bevölkerung ausgeht. Deshalb werden die Ex-Insassen rund um die Uhr von Spezialteams der Polizei überwacht. Die Kosten dafür sind hoch: Nach Schätzungen der Polizeigewerkschaft müssen deutschlandweit allein 3000 bis 5000 Polizisten für die Überwachung abgestellt werden.

Beim Hessischen Justizministerium will offenbar niemand etwas von der wirklichen Zahl der freizulassenden Gewalttäter wissen. Pressesprecher Jürgern Beck: „Insgesamt sind es sieben. Sechs davon sind schon in Freiheit. Einer wartet noch auf die Entlassung“, sagt Jürgen Beck, Pressesprecher des Hessischen Justizministeriums.

Und auch im Innenministerium gibt man sich zurückhaltend. Konfrontiert mit den Informationen aus Landtagskreisen möchte sich Pressesprecher Thorsten Neels, nach tagelanger interner Beratung nicht abschließend zum Thema äußern.

Dann plötzlich die Wendung: Justiz-Chef-Pressesprecherin Dagmar Döring bestätigt: „Ja es sind mehr.“ Bisher habe man nur die Zahl derer genannt, die bei Verkündigung des Urteils schon mehr als zehn Jahre abgesessen hätten. Die weiteren 21 folgen also!

Kommentare