Politik bremst "Die Bremser" aus

Dreieich - " Die Bremser ", die älteste aktive Karnevalsgruppe in Dreieich, leben im Exil. Ihr langjähriges Domizil, der Bürgersaal in Buchschlag, ist geschlossen. Für immer. Er wird ersatzlos abgerissen, weil zu marode. Unterschlupf haben "Die Bremser" in der SKG-Halle in Sprendlingen gefunden.

Darüber sind die Verantwortlichen um Vorsitzenden Marcus Ebert froh. Doch die Unannehmlichkeiten sind groß.br /Über ein Kuriosum berichtet Peter Duft, Projektleiter Saal- und Bühnenbau: "Unsere Akteure müssen bei Wind und Wetter von den Umkleideräumen erst nach draußen, um in das eigens aufgestellte Backstage-Zelt und somit hinter die Bühne zu gelangen." Komfortabel ist das nicht. Die Schuld an der Misere geben die "Bremser" ganz klar der Dreieicher Politik. "Wir fühlen uns verschaukelt", sagt Marcus Ebert. Vor der Kommunalwahl 2006 habe es noch geheißen, der Bürgersaal bleibt erhalten. Doch im November 2007 beschloss das Stadtparlament das Aus für den Versammlungsort in Buchschlag.br /Der Verein hat nun mit erheblichen Mehrkosten zu kämpfen, vom logistischen Aufwand ganz zu schweigen. "Im Bürgersaal war alles vorhanden. Licht, Lautsprecher, Technik. In Sprendlingen muss alles herangeschafft und aufgebaut werden", erzählt Ebert. Ärgerlich auch, dass die Buchschlager nun, um ihren Karnevalsverein zu sehen, ins Auto steigen müssen.br /Ein Umstand, den vor allem Walter Jaich, Vorsitzender des Buchschlager Bürgervereins, anprangert. "Das kulturelle Leben geht aus Buchschlag weg", befürchtet er. Warum der Mitte der siebziger Jahre unter Mithilfe der Bürgerschaft erbaute Saal nicht zu retten war, ist für Jaich "absolut unverständlich."Dreieichs Bürgermeister Dieter Zimmer bedauert die Situation, betont aber auch, dass es keine Alternative für den Bürgersaal gab. Er ist nach wie vor auf der Suche nach Lösungen. So fanden jüngst Gespräche mit der Stadt Neu-Isenburg statt. Geprüft werden soll, inwieweit das Bürgerhaus Zeppelinheim für die Buchschlager nutzbar ist. Das müsse aber auch noch mit den Vereinen diskutiert werden. 

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