Generationenprojekte geehrt

Erster Preis für Offenbacher Patenschaftsmodell

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Teilnehmer Hasan Butt und sein Pate Wolfgang Christian freuen sich stellvertretend für das Gewinnerprojekt. Koordinator Jörg Meyer steht daneben.

Frankfurt  – Die Stiftung Citoyen verlieh dieses Jahr zum zweiten Mal einen Preis an ehrenamtliche Projekte. Dieses Jahr unter dem Aspekt der kreativen Zusammenarbeit der Generationen. Ein Offenbacher Projekt gewann mit seinem erfolgreichen Patenschaftsmodell den ersten Preis.  Von Axel Grysczyk

So etwas gab es in der jahrhundertelangen Tradition der Bethmann-Bank in Frankfurt noch nie: Da rappte eine junge Frau zur Musik eines Cellisten im Foyer, klatschte ein großer deutscher Zeitungsverleger zur Musik, freuten sich Paten von Hauptschülern über die Würdigung ihres Engagements und setzte sich die Einsicht fest, dass ehrenamtliches Engagement eine gewinnbringende Sache ist.

Ermöglicht hat das alles die Preisverleihung des Preises „Citoyenne“ am vergangenen Montagabend. 35 Teilnehmer hatten sich um den Preis beworben, die sich auf kreative Weise für das Zusammenwirken der Generationen engagieren. Zehn wurden ausgezeichnet. Unter dem Motto „Wild trifft weise – kreative Generationenprojekte“ sollten Initiativen ausgezeichnet werden, die das Miteinander der Generationen fördern. „Mit unserem Stiftungspreis wollen wir“, sagt Adelheid Tröscher, Vorsitzende der Stiftung Citoyen, „die Projekte, in denen Menschen Brücken zwischen den Generationen bauen, stärker in der Öffentlichkeit bekannt machen und weitere Menschen anregen, sich aktiv mit dieser Thematik auseinanderzusetzen.“

Erfolgreiches Patenprojekt für Hauptschulschüler

Mit dem ersten Preis, dotiert mit 5000 Euro, wurde das Patenschaftsmodell Offenbach ausgezeichnet, bei dem ehrenamtliche Paten Hauptschüler unterstützen, sich für eine Ausbildung oder eine weiterführende Schule zu qualifizieren. Während vor Einführung des Projektes kaum ein Schüler einen Ausbildungsplatz erhielt noch einen weiterführenden Schulabschluss erreichte, sind es inzwischen fast 90 Prozent.

Generationenpädagogisches Projekt aus Goldstein

Der zweite Preis mit 3000 Euro ging an das Goldstein Projekt im Frankfurter Stadtteil Goldstein, das Kindern, Eltern, Großeltern, Erziehern, Pädagogen sowie der Stadtteil-Öffentlichkeit vielfältige Projekte, Kurse und Präventionsprogramme anbietet, durch den der fachliche Dialog und die Vernetzung präventiv arbeitender Einrichtungen des Stadtteils gefördert werden. Dabei kommen immer wieder Ältere mit Jüngeren zusammen.

Tandem zwischen Jugendlichen und Senioren am Frankfurter Berg

Mit dem dritten Preis und 1500 Euro sind Viktor Selmanaj und Ramazan Uzun aus Frankfurt ausgezeichnet worden. Ihr gemeinsames Projekt entstand vor dem Hintergrund der persönlichen Erfahrungen von einem der jungen Männer in der Pflege seiner kranken Großmutter. Daraus entwickelte sich die Idee, alleinstehende Senioren, die Unterstützung benötigen, mit Jugendlichen, die sich ehrenamtlich in ihrem Stadtteil engagieren wollen, zusammenzubringen. Weitere sieben Projekte bekamen Anerkennungspreise jeweils über 250 Euro. Zu diesem Zeitpunkt war die Stimmung auf dem Höhepunkt. Hatten doch die Paten der Preise, die Rapperin Zeda und der Cellist Frank Wolff, das Publikum begeistert. Da rappte Zeda ihr Lied „Weil ich ein Mädchen bin“ und Wolff begeisterte mit seiner „Europa-Hymne“, bevor beide sogar das Stück „Bist du bereit?“ zusammen präsentierten. Die Frankfurter Bethmann-Bank und die Ippen-Stiftung unterstützten den Veranstalter bei den Preisgeldern. Lothar Henning, Niederlassungsleiter der Bethmann-Bank in Frankfurt, und der extra aus München angereiste Verleger Dirk Ippen (unter anderem Offenbach Post, Münchener Merkur) übergaben die Hauptpreise.

Bilderstrecke zur Verleihungsgala des Citoyenne-Preises in Frankfurt

Preisverleihung für Bürger mit Initiative

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