Knisternde Stimmung in unseren Wäldern

Ersten großen Waldbrände in der Region - Hitzewelle kommt noch

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Wieder ein Waldbrand: Vergangenes Wochenende musste die Feuerwehr inmitten des abschüssigen Geländes am Sandplacken in der Gemarkung Bad Homburg einen Flächenbrand bekämpfen.
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Region Rhein-Main – Der Sommer kommt, und mit ihm steigt die Waldbrandgefahr. Doch nicht nur fahrlässiges Verhalten kann gefährlich werden. Experten appellieren an die Menschen, verdächtige Personen immer gleich zu melden. Von Dirk Beutel

Unsere Wälder brennen immer wieder. Eigentlich dienen sie uns als Naherholungsgebiet. Um durchzuatmen, Sport zu treiben, die Natur zu genießen. Doch sobald es wärmer wird, werden mehrere Waldstücke im RheinMain-Gebiet wieder das Opfer der Flammen. Am schlimmsten wütete ein Brand am 28. Mai in Hanau-Wolfgang südlich der Rodenbacher Chaussee. Etwa 4500 Quadratmeter Wald brannten nieder. Der Schaden wird auf etwa 5000 Euro geschätzt. Knapp einen Monat zuvor gab es in Hanau Klein-Auheim einen ähnlich großen Brand: Etwa 4000 Quadratmeter Kiefernwald gingen in Flammen auf. Die Polizei ermittelt, ob es einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen gibt. Michael Malkmus, Sprecher des Polizeipräsidiums Südosthessen: „Wir können da nichts ausschließen und ermitteln, ob es sich um Brandstiftung handelt.“ Dass jemand dort bewusst im Wald zündelt, davon ist Christian Schaefer, Leiter des Forstamtes Hanau-Wolfgang überzeugt.

Strategien zur Abschreckung

Seit Jahren kommt es in seinem Revier immer zu neuen Bränden: „Hier will jemand die Puppen tanzen lassen. Ab März kann man die Uhr danach stellen, wann es wieder brennt.“ Dennoch seien die Brände diesmal noch glimpflich verlaufen, da sich das Feuer über den Boden bewegte und nicht auf die oberen Baumbestände übergegriffen hatte. Waldgebiete werden in der Regel von der Polizei mit Pferde- oder Fahrradeeinheiten überwacht, dennoch müsse man sich, um Schlimmeres zu verhindern, andere Strategien zur Abschreckung überlegen, sagt Schaefer.

Denn nicht nur die bewusste, sondern auch die fahrlässige Brandstiftung kann dramatische Folgen nach sich ziehen. Auch im Taunus kommt es immer wieder mal zu Bränden, etwa um den Feldberg herum. Zuletzt brach ein Feuer in der Gemarkung Usingen aus. Dort haben sich in der Nähe der Straße „Am Kernersberg“ aus bisher ungeklärter Ursache die Flammen auf einer Fläche von etwa 50 Quadratmetern ausgebreitet. „Sobald es trocken, heiß und windstill ist, besteht immer Brandgefahr“, sagt Siegfried Schlott vom Polizeipräsidium Westhessen. Generell sei der Wald aber schwer zu sichern. „Man muss einfach an die Menschen, die sich im Wald aufhalten appellieren, aufmerksam zu sein und verdächtige Person sofort zu melden“, sagt Christian Schaefer.

Dirk Beutel

Dirk Beutel

E-Mail:dirk.beutel@extratipp.com

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