Erste Messe für homosexuelle Paare in Frankfurt

Eigene Hochzeitsmesse in Frankfurt für Schwule und Lesben

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Schwule Paare legen Wert auf ein hochwertigeres Hochzeitsambiente. Auf der Engayged – der Hochzeitsmesse können sich homosexuelle Paare völlig unbefangen um die Planung ihrer Vermählungsfeier kümmern.

Frankfurt – Hochzeitsmessen gibt es viele. Aber nicht für homosexuelle Paare. Auf der Engayged in Frankfurt finden Schwule und Lesben in entspannter Atmosphäre alles für ihren großen Tag. Das gilt auch für Hetero-Pärchen. Von Dirk Beutel 

Man könnte meinen, ihre Idee wäre überflüssig. Wer braucht schon extra eine Hochzeitsmesse für homosexuelle Paare? „Aber es ist immer noch ein Thema“, sagt Hochzeitsplanerin Nina Ossenfort. Sie hat schon hunderte Hochzeitsmessen besucht und weiß wovon sie spricht: „Homosexuelle Pärchen wollen sich frei bewegen und sich mit ruhigem Gewissen ihrer Hochzeitsplanung widmen. Ihre Homosexualität soll überhaupt kein großes Thema sein.“ Doch es scheint tatsächlich immer noch eines zu sein.

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Deshalb hat Ossenfort zusammen mit den Hochzeitsfotografen Marc Krischak und Nicole Wiesenberg „Engayged“ – Frankfurts erste Hochzeitsmesse für gleichgeschlechtliche Paare aus der Taufe gehoben. Keine typische Messe-Atmosphäre, stattdessen entspanntes Schlendern und Plaudern mit den etwa 25 Ausstellern in der Klassikstadt. Wohlfühlen soll am 22. November groß geschrieben werden. „Es soll ein Erlebnis werden. Hier ist es völlig egal, ob man schwul, lesbisch, transgender, bisexuell oder eben hetero ist. Wir legen Wert auf Akzeptanz und Gleichbehandlung“, sagt Krischak: „Damit wir diesen Anspruch leisten können, haben wir die Anzahl der Aussteller bewusst limitiert. Außerdem stehen alle dem Thema offen gegenüber. Viele sind selbst homosexuell.“

Schwule Paare legen mehr Wert auf klassiche Deko

Die Engayged-Hochzeitsmesse in der Klassikstadt Frankfurt, Orber Straße 4A, ist am Samstag, 22. November, von 16 bis 22 Uhr geöffnet. Eintritt: Sieben Euro, inklusive Welcomedrink.

Brautsträuße, Anstecker, Stylisten, Brautmode, Herrenausstatter, Trauringe oder die pompöse Hochzeitstorte – auf der Engayged gibt es nichts was es nicht gibt. „Wir setzen auf ein Exklusivkonzept. Wir kennen alle Aussteller persönlich und wissen was sie können“, sagt Krischak. Aber sind die Unterschiede zu Hetero-Pärchen so groß? „Im Grunde nicht. Schwule Paare legen jedoch großen Wert darauf, dass ihre Hochzeit hochwertig und klassisch wird. Sie wollen am schönsten Tag des Lebens richtig die Korken knallen lassen. Frauen sind da wesentlich zurückhaltender“, sagt Ossenfort, die selbst gerade verlobt ist und im März vor den Traualtar treten möchte.

Natürlich wird sie als Hochzeitsplanerin ebenfalls auf der Messe sein. Das Klischee ihres Berufs kann sie so gar nicht bestätigen. Sie ist der Ruhepol. Wenn´s brennt, weiß sie Rat. Aber ohne dabei aufzufallen. Ihr Ass im Ärmel ist ihr Notfallkoffer, den Ossenfort immer dabei hat: „Kopfschmerztablette, Nähzeug, Mülltüten oder ein Ersatzkissen für die Ringe, da ist alles drin, was man auf die Schnelle gebrauchen könnte.“ Auf alle Fälle kann Frankfurt eine Messe für Homo-Hochzeitspaare gebrauchen. „Die Stadt ist viel und die Region sind viel alternativer und offener als man denkt“, sagt Ossenfort. „Auch wenn wir mit Neuland betreten, wollen wir sie etablieren“, sagt Fotograf Krischak: „Ideal wäre für den Anfang wenn 500 Besucher den Weg in die Klassikstadt finden würden.“

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