Der Offenbacher Schlagzeuger Stefan Arnold ist in Südamerika und Japan ein Superstar

Erst mit Kiss rocken, dann mit dem Sohn zu den Kickers

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Am Schlagzeug leistet Stefan Arnold Schwerstarbeit.

Region Rhein-Main – Stefan Arnold ist Totengräber. Doch statt Leute unter die Erde bringt er Heavy Metal auf die Bühne. Als Schlagzeuger der Kultband Grave Digger hat der Offenbacher schon die ganze Welt bereist und mit Bands wie Iron Maiden und Deep Purple gerockt. In Süd-Amerika und Asien wird er von zehntausenden Fans angehimmelt. Und im Sommer wird er an der Seite von Kiss trommeln. Von Christian Reinartz

Der hagere Mann mit dem blonden Pferdeschwanz wirkt unscheinbar. Und doch hat er als Schlagzeuger der Band Grave Digger mit fast allen Heavy-Metal-Größen auf der Bühne gestanden. Im Juni wird er bei einem Festival in Finnland zusammen mit Kiss auf der Bühne stehen. „Wir wären vor vielen Jahren sogar fast mal mit Metallica auf Tour gegangen“, erinnert sich Stefan Arnold: „Aber wir hätten bei der Tour unser Essen selbst zahlen müssen. Deswegen haben wir das nicht gemacht.“ Später sei Metallica dann durchgestartet und er habe sich geärgert.

Doch den Erfolg von Grave Digger konnte das nicht aufhalten. Die fünf Jungs um Bandleader Chris Boltendahl haben sich seit der Bandgründung Ende 1980 mit wechselnder Besetzung in der Metal-Szene hochgespielt. Erst vor wenigen Wochen ist Arnold aus Brasilien zurückgekehrt. „Die haben uns dort wie Superstars gefeiert“, so der Offenbacher: „Wir brauchten sogar Bodyguards. So verrückt sind die Menschen dort nach uns.“ Träumen lassen hätte sich der gelernte Drucker eine solche Karriere nicht. „Als Drummer Frank Ullrich die Band 1995 verließ habe ich nicht lange nachgedacht und mich einfach beworben.“ Seitdem trommelte Stefan Arnold Grave Digger von einem Höhepunkt zum nächsten: Auftritte mit Deep Purple, Iron Maiden, Aerosmith, Judas Priest, Manowar und Motörhead sind nur einige seiner Erfolge. 1999 folgte dann die erste Japan-Tour der Band.

Abgehoben ist der 44-Jährige aber nicht. In der Zeit zwischen den Konzerten arbeitet er in einer kleinen Druckerei in Nieder-Roden. „Da habe ich großes Glück, denn mein Arbeitgeber ermöglicht mir, Konzerte zu geben und auf Tour zu gehen“, sagt Arnold dankbar. Denn trotz des großen Erfolges sei ein Leben ohne festen Job neben der Musikkarriere nicht so einfach: „Dafür müssten wir noch eine Liga höher spielen.“

Ob der Familienvater das überhaupt will, ist er sich nicht sicher. Arnold genießt das Leben abseits des Rampenlichts in Offenbach, besucht mit seinem siebenjährigen Sohn Mike die Kickers-Spiele, bringt ihn zum Fußballtraining und feuert ihn an. „Ich bin sein größter Fan. Und er meiner“, sagt Arnold stolz. „Wenn Kickers-Spieler Suat Türker seinen Kleinen zum Training bringt, steht er im Mittelpunkt und nicht ich. So kann ich die Zeit mit meinem Sohn genießen.“

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