Was ist erlaubt und was verboten

Achtung Drohne! So schnell hagelt es Anzeigen

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Region Rhein-Main – Sie steigen immer öfter in die Luft: Multicopter, die Fotos oder Videos aus traumhaften Perspektiven aufnehmen. Doch Vorsicht: Wer sich nicht an bestimmte Regeln hält, könnte als Pilot dieser Flieger selbst auf der Anklagebank landen. Von Oliver Haas

Mittlerweile sind schon ab hundert Euro technisch raffinierte Geräte zu bekommen. Private Drohnen mit Kamera sind immer öfter am Himmel zu sehen. Doch wer ein solches Fluggerät steuert, muss sich an gewisse Regeln halten. Denn immer wieder kommt es zu Unfällen. Erst beim Museumsuferfest Ende August in Frankfurt ist ein Flugmodell auf die Fahrbahn der Untermainbrücke gestürzt. Nur aus purem Zufall wurde beim Absturz niemand verletzt. Der 52-jährige Multicopter-Pilot aus Oberursel hatte sich an eine wichtige Regel nicht gehalten: „Auf keinen Fall darf eine Veranstaltung überflogen werden“, sagt Thomas Glock vom Dezernat für Luft- und Güterkraftverkehr vom Regierungsräsidium Darmstadt. Zudem weist er darauf hin, dass für jede private Drohne eine spezielle Halter-Haftpflichtversicherung nach den luftverkehrsrechtlichen Bestimmungen abgeschlossen werden muss. Denn: Eine normale Haftpflichtversicherung reicht nicht aus! Grundsätzlich muss darauf geachtet werden, dass datenschutzrechtliche Bestimmungen, Urheberrechte und Persönlichkeitsrechte nicht verletzt werden. Aufnahmen von Personen dürfen ohne Einwilligung nicht veröffentlicht werden. Wer kurz mal über den Nachbarzaun fliegt, könnte sich daher schnell eine Anzeige einfangen. Aber auch bei Gebäuden muss aufgepasst werden. Rechtsanwalt Stefan Zdarsky aus Frankfurt ist unter anderem Spezialist für Bilderrechte. Er warnt: „Es könnte sogar Ärger geben, wenn jemand mit einer Kameradrohne ein Gebäude fotografiert oder filmt und dies veröffentlicht. Wer sich auf den Gehsteig stellt und von dieser Perspektive ein Gebäude von außen fotografiert, ist das rechtlich unproblematisch.“ Denn selbst wenn keine Personen zu erkennen sind, könnte ein Eingriff in das Persönlichkeitsrecht vorliegen, erläutert der Anwalt.

Achtung bei Flughäfen

Spezielle Regeln gelten, wenn die Multicopter in der Nähe von Flughäfen abheben. „1,5 Kilometer rund um einen Flughafen ist ein Start generell verboten. Und nur mit speziellen Aufstiegsgenehmigung können Drohnen bis zu fünf Kilo aufsteigen“, erläutert Axel Raab von der DFS Deutsche Flugsicherung in Langen.

Ab dem 1,5 Kilometer-Ring kommt man in eine Kontrollzone, die hier bis in die Hälfte des Frankfurter Stadtgebietes reicht. Auch darin darf nicht jeder fliegen. „Wir erteilen in diesem Gebiet pauschal Genehmigungen für Drohnen bis fünf Kilo für eine Höhe von bis zu 30 Metern.“ Geräte, die über 25 Kilogramm schwer sind, dürfen 50 Meter hoch steigen.

„Ganz wichtig ist, dass derjenige, der die Drohen steuert, immer in Sichtweite ist und sein Gerät mit bloßem Auge sieht. Es reicht nicht, wenn er ein Bild auf seinem Smartphone oder I-Pad sieht“, sagt Raab. Außerhalb dieser Kontrollzone dürfen Drohnen bis 25 Kilogramm bis zu einer Höhe von 100 Metern ohne Genehmigung fliegen. Raab befürchtet, dass vielen nicht bewusst ist, wie schnell sie mit ihren Drohnen in Gesetzeskonflikt geraten könnten. Er fordert: „Grundsätzlich müsste das gesetzlich differenziert werden. Wir befürchten, dass zu viele aus Unwissenheit die Geräte zu weit steigen lassen.“ Und er warnt: Ein Zusammenstoß mit einem Flugzeug oder die generelle Gefährdung durch einen derartigen gefährlichen Eingriff in den Flugverkehr ist ein Straftatbestand, der bis zu zehn Jahren bestraft werden kann.

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