Stadtteilserie: Ein Rapper aus der Sternenwelt

Bergen-Enkheim: Erin Sullivan plant ein Rap-Projekt im Jugendhaus

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Erin Sullivan ist Stadtteilbotschafter der Stiftung Polytechnische Gesellschaft für Bergen-Enkheim und initiiert im Jugendhaus ein Rap-Projekt.

Frankfurt – Rap aus Bergen-Enkheim? Das ist nicht nur möglich, weil dort mittlerweile die Frankfurter Rap-Ikone Moses Pelham (ehemals Rödelheim-Hartreim-Projekt) lebt, sondern weil Erin Sullivan drauf und dran ist, im Jugendhaus ein Rap-Projekt zu initiieren. Von Norman Körtge

„Wenn Moses Pelham mal vorbeikommen würde, wäre das natürlich klasse“, schwärmt Erin Sullivan bei dem Gedanken, dass die Hip-Hop-Koryphäe ins Bergen-Enkheimer Jugendhaus kommt. Der Rödelheim-Hartreim-Projekt-Gründer kann sich aber noch Zeit lassen. Denn Sullivan, frisch gekürter Stadtteilbotschafter der Frankfurter Stiftung Polytechnische Gesellschaft, steht noch am Anfang seines Projektes.

Der 26-Jährige Deutsch-Amerikaner ist gerade dabei, das notwendige Equipment zu besorgen, damit das Studio im Jugendhaus eingerichtet werden kann. Erst im August oder September wird die zweite Phase beginnen. Dann will der gelernte Bürokaufmann, der gerade in der Evangelischen Kita Sternenwelt in Bergen-Enkheim zum Kindererzieher ausgebildet wird und kurz vor dem Anerkennungsjahr steht, mit Jugendlichen texten, aufnehmen und schneiden. „Bergen-Enkheim ist ein gemütlicher, ein ruhiger Stadtteil. Man kennt viele Menschen und grüßt sich auf der Straße“, beschreibt Sullivan, der im Jahr 2000 mit seinen Eltern in den östlichen Stadtteil zog.

Er will Jugendlichen eine Stimme geben

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Mit Interesse habe er die Diskussion um das Jugendhaus verfolgt. Vor allem die Frage, ob der Stadtteil solch eine Einrichtung benötigt. „Auf jeden Fall“, meint Sullivan.
Und er will diesen Jugendlichen eine Stimme geben. Rap sei dafür ideal. Sullivan selbst textet und rappt seit vielen Jahren. Vieles hat er sich selbst beigebracht. Als „Frost-E“ sind seine Werke auf Youtube zu hören und zu sehen. Da er eine coole und lässige Art ausstrahle, sei er auf diesen Rapper-Namen gekommen. „Ich werde den Jugendlichen sagen, dass sie authentisch bleiben sollen. Sie sollen von ihrem selbst Erlebten berichten“, sagt der angehende Kindererzieher.

Kein Gangster-Rap aus Bergen-Enkheim

Gangster-Rap aus Bergen-Enkheim wird es also nicht geben. Vielmehr sollen es Lieder sein, die den Stadtteil repräsentieren. „Rap ist nicht so einfach und stupide wie viele denken“, sagt Sullivan. Deshalb ist er auch selbst gespannt, wie die Jugendlichen mit dem Texten umgehen werden. Mit von ihm betreuten Hort-Kindern jedenfalls habe das Rappen schon geklappt, berichtet der Stadtteilbotschafter und lacht. In der dritten und letzten Phase des Projektes will Sullivan mit den Jugendlichen dann fünf bearbeitete Rap-Titel auswählen und zum Download ins Internet stellen. Auch soll ein Video produziert werden. Vielleicht mit einem Gastauftritt von Moses Pelham.

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