Das beste aus dem EXTRA TIPP

Ergreifend oder kurios: Diese Geschichten haben uns 2015 bewegt!

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Yorkshire-Terrier Tini und Zorro.
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Region Rhein-Main – Über Sex haben wir doch schon alles geschrieben. Dachten wir. Aber in diesem Jahr kamen noch einige unfassbare Episoden dazu. Und es ging noch kurioser, noch unglaublicher. Lesen Sie die krassesten Geschichten des Jahres 2015. Von Axel Grysczyk

Im Frühjahr tobt das „Shades-of-Grey“-Fieber durch Deutschland. Und Gary und Christine aus dem Kreis Offenbach geben uns Einblicke in ihre Sado-Maso-Welt. Sie trägt einen massiven Stahlseil-Ring um den Hals und gehorcht. Weil sie es so will. Wenn er mit dem Finger schnipst, holt sie Kaffee oder Zigaretten. Gary: „Meine Frau braucht das.“ Und er stellt klar, dass diese Beziehung durchaus anstrengend ist, muss er doch andauernd Befehle geben.

Alle Geschichten zum Nachlesen:

Das alltägliche Leben eines SM-Pärchens

Fress-Martyrium: Ein Feeding-Opfer packt aus

Brustwarze weg: 53-Jährige leidet nach OP

Dauer-Mief vermiest Ehepaar das Zuhause in Hainburg

Mainhausen: 2,34-Meter-Ungetüm eingefangen

Bahn versagt: Rollstuhlfahrerin zweimal im Zug vergessen

Keine Vergewaltigung, weil Opfer nicht "Nein" sagte

Geschossene  Waschbären aufessen, statt wegwerfen!

Yorkshire-Terrier überfahren und zerfleischt

EXTRA TIPP-Leser erfahren mehr. Auch das es Männer gibt, die ihre Frauen fett füttern, weil sie das erregend finden. Anfang Juli packt die 39-Jährige Nicole aus. 118 Kilo hat sie einst gewogen und umso dicker sie wurde, umso mehr hat sie ihr Mann begehrt. Für sie beginnt die Hölle. Irgendwann trennt sie sich und nimmt wieder ab.

Unvergessen bleibt dieses Jahr, auch weil es diesen langen, heißen Sommer gab. Nicht in guter Erinnerung behalten die heißen Sommertage das Ehepaar Döltz aus Hainburg. Denn wenn’s besonders heiß wird, stinkt’s bei ihnen. Übler Geruch schwappt aus dem nur zwei Meter entfernten Kanalisationsschacht in die Küche. Es stinkt nach Gülle, Abwasser und fiesen Mief. Die Gemeinde will beruhigen: In zehn Jahren werde ein neuer Sammelschacht gebaut, dann braucht man den Schacht nicht mehr. In diesem Sommer war der Badesee der liebste Ort der Südhessen. Und da trafen die Schwimmer hier und da auf die ständigen Badesee-Bewohner, Ungetüme mit über zwei Meter Körpergröße. Als der EXTRA TIPP am 5. Juli über einen gefangenen 2,34-Meter-Wels aus dem Königssee in Mainhausen berichtete, war der Aufschrei groß. Panik beim Bürger, Routine beim Angler. Angelclub-Vorsitzender Harald Rücker damals: „Schon ein großer Brocken. Aber im Jahr zuvor ist am Badestrand bereits ein toter 2,44-Meter-Wels angespült worden.“

Schwere Schicksale

2015 ist im EXTRA TIPP wieder das Jahr der menschlichen Schicksale. Da erleidet die 53-jährige Claudia Boukala aus Frankfurt einen Schock, als sie nach einer Brustverkleinerung entdeckt, dass ihr an der linken Brust die Brustwarze fehlt. Der Arzt: „Die OP ist fehlerfrei und ohne Komplikationen verlaufen.“ Möglicherweise seien die Erwartungen zu hoch gewesen. Andere Erwartungen hatte auch Ilona Schmidt. Und zwar an die Deutsche Bahn. Die 74-jährige Offenbacherin leidet an Multipler Sklerose und sitzt im Rollstuhl. Im Frühsommer will sie nach Dresden. Und wird trotz rechtzeitiger Buchung gleich zweimal von der Bahn sitzen gelassen. Niemand hilft ihr, aus dem Zug auszusteigen. Die Bahn rechtfertigt sich mit allgemeinem Bla-Bla.

Ein Schicksal, das unsere ganze Redaktion sprachlos machte, und wir als erste Zeitung öffentlich machten, war der Fall der 13-jährigen Marie. Sie übernachtete bei ihrer Freundin und wurde von dem 21-jährigen Bruder der besten Freundin vergewaltigt. Im April das Urteil: Zwei Jahre auf Bewährung. Grund: Marie hat nicht „Nein“ gesagt und der Täter aus Offenbach war betrunken. Daher wurde er nur wegen „Beischlaf mit einer Minderjährigen“ verurteilt. Verstümmelt, vergessen, vergewaltigt – wir könnten viele ähnliche Fälle aus den 2015er-Ausgaben hinzufügen. Immer wieder fragen wir nach den Hintergründen. Manchmal recherchieren wir mehr, als wir aufschreiben können. In einem Fall tappen aber alle Beteiligten im Dunkeln: Welcher Teufel brettert mit seinem Motorrad mehrere Male im Mai nachts über den Waldfriedhof in Zeppelinheim?

Gequälte Hunde und Waschbären-Fleisch

Tiere verursachen bei unseren Lesern immer große Emotionen. So auch als wir im Januar die Geschichte von Tini und Zorro öffentlich machen. Die beiden Yorkshire aus Dietzenbach werden Opfer des größten Rüpels des abgelaufenen Jahres. Zunächst überfährt er Tini mit seinem Fahrrad, dann zerfleischt sein mitgeführter Mischlingshund den treuen Zorro. Beide Hunde überleben, der Rüpel flüchtet. Mit nicht weniger Emotionen geht es ab, als im Februar bekannt wird, dass erste Jäger Waschbären-Fleisch verzehrt haben. Ein Expertenrat ist sich sicher, dass es besser wäre, Waschbärenfleisch zu essen, als wegzuschmeißen. Und der Frankfurter Starkoch Mirko Reeh empfiehlt Spätzle oder Kartoffeln als Beilage.

Verluste, Ängste, Skandale, Kuriositäten – davon gab es 2015 viel zu berichten. Schön, wenn es mal etwas Beständiges auf die Titelseite schafft

Axel Grysczyk

Axel Grysczyk

E-Mail:axel.grysczyk@extratipp.com

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