„Er ist wahrhaftig  auferstanden“

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Philippos Savvopoulos vor der „Heiligen Georgios“-Kirche in Frankfurt. In den Händen hält er ein Straußenei, das als Symbol für die Auferstehung Christi gilt.

Region Rhein-Main – Dieses Jahr fällt der Termin für das Osterfest bei den orthodoxen und westlichen Kirchen zeitlich zusammen. Der orthodoxe Pfarrer Philippos Savvopoulos von der Gemeinde Heiliger Georgios aus Frankfurt erklärt die Hintergründe. Von Anna Magel

Nicht nur in der Architektur und Einrichtung der Gotteshäuser unterscheidet sich der orthodoxe vom katholischen und protestantischen Glauben. Während die „rechtgläubigen“ dem julianischen Kalender folgen, halten sich die westlichen Kirchen an den gregorianischen. Dadurch kann der Zeitpunkt für Ostern bis zu fünf Wochen auseinander liegen.

„Die westlichen Kirchen haben es sich bei der Datierung der Osterfeiertage zu einfach gemacht“, erklärt Pfarrer Savvopoulos. Denn für die meist unterschiedlichen Termine sind nicht nur die verschiedenen Kalender verantwortlich. Ostern wird bei den Katholiken und Protestanten immer am ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert. Dabei berücksichtigen sie nicht, wie die Orthodoxen, das jüdische Pessach-Fest. Historisch betrachtet erfolgte Christus Kreuzigung und Auferstehung nach dem zentralen Fest des Judentums. Deshalb legt die Orthodoxie Wert darauf, ihr Hauptfest zeitlich immer nach Pessach zu feiern.

Während des gesamten Gottesdienstes steht die Gemeinde

Der Holzanbau in der Mitte des Altars symbolisiert das Grab Christi.

So hat am gestrigen Karsamstag, wie in vielen katholischen und evangelischen Kirchen, um 23 Uhr auch in der orthodoxen „Heiligen Georgios“-Kirche im Frankfurter Grüneburgpark die Auferstehungsfeier begonnen, die bis heute Morgen um drei Uhr andauert. Während des gesamten Gottesdienstes ist es üblich zu stehen. Danach wird die so genannte Majiritsa gegessen: Eine Suppe aus den Innereien eines Lamms.
Am heutigen Ostersonntag können sich die Gläubigen auf gegrilltes Lamm vom Spieß freuen. Die meist rot bemalten Ostereier sind als Symbol für das neue Leben, das durch das Opfer Christi gebracht wurde zu verstehen. „Christus ist auferstanden“ lautet in der Osterzeit die Begrüßungsformel. Geantwortet wird darauf: „Er ist wahrhaftig auferstanden.“ Wie in allen orthodoxen Kirchen werden auch in der „Heiligen Georgios“-Kirche noch in der folgenden Woche jeden Morgen österliche Gottesdienste gehalten.

Prunkvoll sind orthodoxe Kirchen

Prächtige Mosaiken, kostbares Blattgold und handgefertigte Ikonen zieren das im mazedonischen Baustil gehaltene Gotteshaus. Liebevoll bezeichnet Pfarrer Savvopoulos es als die schönste orthodoxe Kirche Deutschlands. Diese bietet Platz für bis zu 500 Menschen. Während der Osterfeierlichkeiten kämen allerdings weit aus mehr Gläubige, so der Pfarrer. Etwa 2000 griechisch-, russisch-, bulgarisch-, und serbisch-orthodoxe Christen nehmen jedes Jahr an der Osterprozession teil.

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