Hinter den Kulissen

Chaos: Eppsteiner Burgfestschauspieler bei der Probe

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Chaos bei der Generalprobe: Die Burgschauspieler spielen nicht nur ein heilloses Durcheinander, sie mussten während ihrer Proben tatsächlich einige Hürden meistern. 

Eppstein – Die Eppsteiner Burgfestspiele feiern in diesem Jahr ihr 100. Jubiläum. Grund genug für die Laienschauspieltruppe das gleiche Stück aufzuführen, das schon vor hundert Jahren gezeigt wurde, allerdings mit ein paar kleinen Veränderungen.  Von Dirk Beutel

Bei der Uraufführung vor 100 Jahren kamen noch 30 Pferde zum Einsatz und mit 200 Schauspielern stand nahezu ganz Eppstein auf der Bühne. Jetzt wird zum 100. Jubiläum der Burgfestspiele das Stück „Ein Lehnstag auf Burg Eppstein oder Das Kettenhemd“ erneut aufgeführt. Eigentlich ein dramatisches und grausames Stück aber Juliane Rödl, Vorsitzende der Burgschauspieler, ihre Laienschauspieltruppe und Regisseur und Autor Bernhard Thun, haben den Eppsteiner Klassiker mit lustigen Einlagen aufgepeppt und in die Neuzeit gehoben.

Gewollt chaotisch

Es geht um eine Schauspielgruppe bei der Generalprobe des Bruderzwists zwischen Gottfried und Eberhardt, die aber mit zahlreichen Problemen klar kommen muss. Alles läuft drunter und drüber. Das soll natürlich so sein. „Das Stück ist gewollt chaotisch, wodurch es automatisch lustig wird“, sagt Rödl. Und auch bei den echten Proben haben die Schauspieler einige Hürden überwinden müssen. Etwa 66 Laienschauspieler und 14 Musiker proben seit Dezember um vor 400 Zuschauern das Chaos-Stück aufzuführen.

Ein Pferd und Nele Neuhaus sind dabei

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„Wenigstens ein Pferd wollten wir dabei haben“, sagt Rödl. Womit sie und ihre Mitstreiter aber nicht gerechnet haben, waren die Auflagen der Stadt: „Wir mussten dafür einen Abäppler verpflichten, der auch für die korrekte Entsorgung sorgt, sonst wäre unser Plan ins Wasser gefallen“, sagt Rödl lachend. Dass bei einer Laienschauspieltruppe der eine oder andere nicht zur Verfügung steht, ist normale Härte. Aber diesmal sollte Bürgermeister Peter Reus mitwirken. Doch plötzlich ist das Stadtoberhaupt aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. Nach langem Suchen wurde für die Rolle des Bürgermeisters allerdings prominenter Ersatz gefunden: Der Landrat des Main-Taunus-Kreises Michael Cyriax wird bei der ersten Aufführung dabei sein. Sogar Krimi-Autorin Nele Neuhaus wurde überzeugt. Sie wird bei der dritten Auflage zu sehen sein.

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