Durchbruch geschafft

Emanuel Austin: Afrikas Superstar ist Offenbacher

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Offenbach – In Offenbach bringt er Schülern Foxtrott bei, in Afrika ist er ein Superstar – Emanuel Austin hat auf dem schwarzen Kontinent längst den Durchbruch geschafft und rockt mit seinem Song „Ruka Juu“ die Charts. Von Christian Reinartz

Emanuel Austin gibt in Offenbach Tanzunterricht. In Afrika wird er unterdessen als neuer Superstar gefeiert.

Wenn Emanuel Austin zum Tanzkurs bittet, ahnt wohl keiner, dass der junge Mann ein Leben zwischen zwei Extremen führt. In Offenbach ist er Tanzlehrer bei der Tanzschule Weis, in Ostafrika rockt er die Video-Charts. Mit seinem Song „Ruka Juu“, den der 24-Jährige zusammen mit Ben Pol aufgenommen hat, ist er dort zurzeit fast überall zu hören. „Die Fernsehsender in Ostafrika zeigen unser Video rauf und runter“, sagt Emanuel Austin stolz. „Das hat eingeschlagen wie eine Bombe.“

In Tansania rasten die Leute aus

Auch bei den Radiostationen heißt es am laufenden Band „Ruka Juu“. Für Austin ein echter Durchbruch, auch, wenn in seiner Heimat, dem Rhein-Main-Gebiet davon kaum einer etwas mitbekommt. „Es ist schon komisch“, sagt Austin. „Kaum bin ich in Tansania, rasten die Leute aus.

Jeder erkennt mich und ich hetze von einem Interviewtermin zum nächsten.“ Zurück in Offenbach sei er dann wieder ein Unbekannter. „Das hat auch seine Vorteile“, sagt Austin. „Hier erkennt mich nicht jeder und ich kann abends ganz normal mit meinen Freunden feiern gehen, ohne dass ständig jemand ein Autogramm will.“

In Afrika wird seine Musik geliebt

Erstmal hat Austin deshalb Afrika im Fokus. Mehrmals im Jahr fliegt er dorthin, gibt Konzerte und tritt in Fernsehshows auf. Die Menschen dort lieben seine Musik, die er selbst als Afro-Pop bezeichnet. Überall erschallt Austins Stimme aus den Handys, wenn man etwa über den Markt von Daressalam schlendert.

Wenn er nicht gerade dort ist, lebt Austin in Mühlheim-Lämmerspiel, zusammen mit seiner Freundin und einem Kumpel in einer Wohngemeinschaft. „Das ist aber ganz sicher keine Superstar-Bude“, stellt Austin klar. „Dafür reicht das Geld noch lange nicht.“

Viele Platten hat Austin aber nicht verkauft

Wer Austin fragt, wie viele Platten er denn schon verkauft hat, wird staunen. „Das sind nicht sehr viele.“ Der Musikmarkt in Afrika unterscheide sich von dem der westlichen Welt extrem. „Die Leute haben alle Handys und hören die Musik, indem sie Musikvideos anschauen.“ Er habe selbst schon echte Massai gesehen mit einem Handy am Ohr, die seine Musik hörten. Viel Geld sei in Afrika deshalb nicht zu machen. „Aber darum geht es mir auch in erster Linie gar nicht. Mein Traum ist es schon immer gewesen, mit meiner Musik den Durchbruch zu schaffen“, sagt Emanuel Austin. „In Afrika habe ich das schon geschafft. Jetzt muss es nur noch in Deutschland klappen.“

Rubriklistenbild: © rz

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Christian Reinartz

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