Ekel-Pudding auf dem Rowenta-Gelände: Altlast oder nur eine Umweltsünde?

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So sieht die Glibber-Masse aus.

Offenbach – Große Aufregung auf dem ehemaligen Rowenta-Gelände. Was steckt hinter dem Ekel-Schleim, der dort seit Wochen aus der Erde blubbern soll? Altlast oder Umweltsünde? Die ersten Untersuchungsergebnisse liegen jetzt vor. Von Christian Reinartz

Es waren zwar nur geschätzte hundert Liter Gelantine, die auf einem kleinen Wiesenstück am Rande eines Stichwegs an der Waldstraße gefunden worden waren. Dennoch haben sie die Stadtverwaltung gehörig in Aufregung versetzt. Der Bereich wurde abgesperrt, Proben entnommen und untersucht. Ein Mitarbeiter des Amtes spekulierte gar im ersten Moment, dass die Gelatine von der alten Puddingfabrik Offena stammt, die dort bis 1970 produzierte.

Experten vermuteten sogar gefährliche Hohlräume, die sich dort gebildet haben könnten. Von Erd-Einsackungen war da die Rede.

Umweltamt vermutet illegale Entsorgung

Ekelig! Die Gelatine am Rande eines Fußweges nahe der Waldstraße brachte so manchen Spaziergänger zum Erschaudern.

Jetzt lassen erste Untersuchungsergebnisse aus dem Umweltamt die Sache in einem anderen Licht erscheinen. „So wie es aussieht, kommt die Gelatine nicht von unten“, sagt Heike Hollerbach, Leiterin des Offenbacher Umweltamts. Eine augenscheinliche Untersuchung der am Donnerstag abgetragenen Grasnabe habe das ergeben. Im Moment deute also alles darauf hin, dass jemand die Gelatine dorthin gekippt hat.
Gestützt wird Hollerbachs Vermutung durch das Darmstädter Labor, das die Proben untersucht hatte. „Die haben uns darauf hingewiesen, dass die Gelatine offensichtlich frisch ist und keine 40 Jahre alt.“ Auch das Erscheinungsbild auf der Wiese habe laut Labor nicht auf eine große Menge Gelatine hingedeutet, die aus dem Erdreich nach oben drückte. „Stattdessen waren dort viele kleine Fladen. Wie als ob es jemand dort weggeworfen hat“, sagt Hollerbach.
Das Umweltamt will aber sicher gehen, und am Montag mit einem Bagger noch tiefer ins Erdreich vorstoßen, um letzte Zweifel zu beseitigen.

Täter soll ermittelt werden

Danach will man sich im Rathaus auf Tätersuche begeben. „Gelatine entwickelt in Verbindung mit Wasser eine enorme Größe“, erklärt die Expertin. Es könne also sein, dass ein Lebensmittelbetrieb oder ein Restaurant, das Desserts anbietet, die Gelatine auf der Wiese entsorgt habe, so Hollerbach: „Wir werden dann versuchen nachzuweisen, wo die Gelatine herkommt.“

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