Schwere Bedingungen in der Eissporthalle

Frankfurt: Eiskunstlaufverein kämpft um Platz auf dem Eis

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Trainer Albert Loos mit Schülerin Tatiana Entaltseva in der Eissporthalle. Die beiden müssen während des Publikumslaufes trainieren.

Offenbach/Frankfurt –Ivanka Barashka und Eiskunstlauftrainer Albert Loos kämpfen seit Jahren um eine Trainingsfläche für ihren Eiskunstlaufverein. Bisher erfolglos. Aufgeben wollen sie nicht. Von Fabienne Seibel

Seit der Gründung ihres Vereins vor vier Jahren hat der Eiskunstlaufverein um Vorsitzende Ivanka Barashka und deren zwölf Mitglieder keine feste Trainingsstätte. „Anfangs waren wir ein Offenbacher Verein. Da es in Offenbach keine Eissporthalle gibt, müssen wir in Frankfurt trainieren. Voraussetzung dafür war, dass wir uns in einen Frankfurter Verein umbenennen“, sagt Barashka. Trotz Umbenennung in „Eiskunstlaufclub Frankfurt am Main“ hat der Verein bis heute keine Trainingszeit in der Frankfurter Eissporthalle. So müssen sich die Vereinsmitglieder und Trainer Albert Loos das Eis mit den regulären Besuchern teilen und Rücksicht nehmen. „Wenn wir zu den öffentlichen Laufzeiten trainieren, dürfen wir zum Beispiel keine Sprünge machen, weil das bei dem großen Betrieb auf dem Eis zu gefährlich ist“, sagt Loos. Briefe an den Oberbürgermeister, das Sportamt und Gespräche mit dem hessischen Eissportverband brachten keinen Erfolg. Barashka: „Wir wollen das Eis nicht für uns alleine. Unser Vorschlag ist, dass wir uns den Platz mit den anderen Eiskunstlaufvereinen teilen, die bereits in der Eissporthalle trainieren.“

Wenig Popularität

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Doch das Eiskunstlaufen hat in Hessen und im Rhein-Main-Gebiet insgesamt einen schweren Stand. Klaus Etzrodt vom Frankfurter Sportamt sagt: „Wir haben keine Kapazitäten für weitere Vereine. Da wir auf die Einnahmen vom Publikumslauf angewiesen sind, können wir diesen nicht einschränken.“ Laut Etzrodt ist das Schicksal des Eiskuntslaufvereins von Ivanka Barashka kein Einzelfall: „Es gibt immer wieder Anfragen von anderen Vereinen, doch damit diese trainieren können, müssten Aktive ihre Hallenzeiten abgeben. Es ist insgesamt eine sehr schwierige Situation“, sagt Etzrodt. Doch solange Loos und Barashka keine feste Trainingsstätte nachweisen können, dürfen die Mitglieder nicht an Wettbewerben teilnehmen. Auch Inge Meyer, Vorsitzende des hessischen Eissportverbands, weiß um die Problematik: „Das Thema Eiskunstlauf ist in Hessen insgesamt ein Chaos und sehr traurig. Eine Eishalle zu betreiben ist eine teure Angelegenheit, so dass die Unkosten durch das Publikum gedeckt werden müssen.“

Jedoch sind Meyer zufolge nicht nur der Mangel an Trainingsstätten, sondern auch die Beliebtheit des Sports das Problem. „Eissport hat insgesamt nur noch wenig Popularität und der Eiskunstlauf hat eine andere Stellung eingenommen. Hinzu kommt, dass das Betreiben von Eissport teuer ist und man sich in manchen Hallen auf dem Eis einmieten muss. Neben dem Eisgeld fallen dann noch Kosten für Trainingsstunden und Kleidung an.“ Trotzdem meint Meyer: „Eiskunstlauf ist in Frankfurt mit genügend Vereinen vertreten.“ Barashka dagegen sagt: „Wir werden nicht aufhören, um eine Trainingsfläche zu kämpfen.“

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