Fan-Liebe schwarz auf weiß

Quiz-Autor verrät die Eintracht-Geheimnisse

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Jörg Heinisch, hauptberuflich bei der Fraport AG in Frankfurt beschäftigt, schreibt regelmäßig Bücher über die Eintracht. Und er ist Mit-Herausgeber des Fanzine „Fan geht vor“.

Frankfurt/ Flörsheim - Jörg Heinisch kennt sie fast alle. Die verrücktesten Geschichten rund um die Frankfurter Eintracht. Bereits zwölf Mal hat er über die launische Diva ein Buch geschrieben. Das jüngste Exemplar: „Das große Eintracht Quiz. Der EXTRA TIPP verlost drei davon!  Von Oliver Haas

Hand auf den Adler Ihrer Brust: Gibt es nach wie vor Geschichten über die SGE, die selbst Sie als hartgesottenen Eintracht Fan nach wie vor fassungslos machen?

Das sind einfach zu viele Geschichten die bei der Eintracht passiert sind. Und die ich durch Recherchieren herausbekommen habe. Eines der Highlights, das auch bei allgemeinen Bundesligarückblicken immer gerne erwähnt wird, ist sicher die Geschichte um Ex-Eintracht-Trainer Branko Zebec. Er lag damals nach einem Auswärtsspiel in Berlin völlig betrunken in der Kabine. Um ihn vor den Fotografen zu schützen, wickelte man ihn in einen Teppich und trug ihn an den Leuten vorbei zum Auto, um ihn dort heimlich einzuladen.

Welche Quellen nutzen Sie, um an die Eintracht-Geschichten zu kommen?

Das sind bei diesem Buch viele historische Quellen gewesen. Ich habe Spielberichte ohne Ende überflogen. Dazu habe ich Bücher und Biografien ehemaliger Spieler studiert. Vieles habe ich in den Jahren selbst notiert. Es gab aber auch viele Gespräche mit Eintracht-Prominenten. Manche sind dabei zurückhaltend und möchten nichts preisgeben, andere haben meine Arbeit so zu schätzen gelernt, dass sie gerne berichten.

Und welcher Quelle haben Sie bisher die besten und unglaublichsten SGE-Anekdoten zu verdanken?

Die Kuriosesten hat mir der ehemalige Vizepräsident und Jugendmeistertrainer Klaus Mank erzählt. Dass diese Anekdoten so herausragen, liegt aber auch an den ungewöhnlichen Personen, mit denen er zu tun hatte.

Gibt es Anekdoten über die Eintracht, die immer wieder falsch erzählt werden? Sie können jetzt im EXTRA TIPP falsche SGE-Mythen ein für allemal klar stellen.

Es gibt die Eintracht-Legende von den verschwunden Detari-Millionen, von denen angeblich keiner weiß, wo die hingekommen sind. Die Wahrheit ist, dass das Geld hauptsächlich in die damalige Eishockey-Abteilung geflossen ist. Und das wissen viele nicht. Ob es nebenbei vielleicht noch Geschäfte gegeben hat, das weiß ich nicht. Aber das Geld, das die Eintracht ganz offiziell für seinen Transfer bekommen hat, ging zur Tilgung von Schulden der Eishockey-Abteilung drauf.

(Anmerkung der Redaktion: Ex-Eintracht Spieler Lajos Detari wechselte 1988 für 17,4 Millionen Deutsche Mark zu Olympiakos Piräus, was zum damaligen Zeitpunkt der teuerste Verkauf der Bundesligageschichte war.)

Sie sagten bei der Buchvorstellung im Eintracht-Museum, dass Sie sich einige Aussagen auf Anordnung des Verlages bestätigen lassen mussten. Zum Beispiel?

Natürlich muss ich die Persönlichkeitsrechte der Personen, über die ich schreibe, berücksichtigen. Der Verlag muss sich absichern, dass die Geschichten stimmen. Wenn dies nicht schon dank Veröffentlichungen belegbar ist, hilft auch eine Unterschrift der Quellperson. Wie beispielsweise bei dem ehemaligen Präsidenten Klaus Gramlich. Er hat sich gerne selbst inszeniert. Und behauptete etwa, einen Pilotenschein zu haben und die Mannschaft persönlich zu fliegen, einen eigenen Weinberg zu besitzen und simulierte vor Mitfahrern Auslandstelefonate aus seinem Auto – obwohl der Anschluss gar nicht funktionierte.

Bereits zum zwölften Mal haben Sie ein Buch über die Eintracht geschrieben. Hinzu kommen drei Bücher zum Thema „Groundhopping“ und eines über Fanzeitungen. Wie viel Zeit geht mit der Recherche rund um die SGE drauf und wie vereinbaren sie das mit ihrem Beruf bei der Fraport AG?

Der Umfang und die Art der Recherche sowie alle damit verbundenen Arbeiten sind je nach Buchprojekt sehr unterschiedlich. Für dieses Buch musste ich sehr viel lesen. Dieses findet dann in der Regel am späteren Abend und an freien Tagen wie auch im Urlaub statt. Arbeit und Ehefrau stehen aber an erster Stelle. Dann folgt die aktuelle ehrenamtliche Arbeit, die für die Fanzeitung „Fan geht vor“ täglich ansteht, und erst danach bleibt vielleicht noch Freiraum für das aktuelle Buchprojekt. Das erfordert viel Disziplin.

Gibt es auch Zeiten, in denen Sie absolut nichts von der Eintracht sehen und hören wollen?

Das kommt vor, ist aber entweder dem Frust eines Eintracht-Spiels geschuldet – was zuletzt leider häufig der Fall war – oder unerfreulichen Fanzeitungsthemen, die man nicht ignorieren kann. Wenn man Verantwortung trägt, muss man sich durchbeißen. Die Bücher allein betrachtet machen aber immer Spaß.

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er EXTRA TIPP verlost drei Exemplare des Buches von Jörg Heinisch „Das große Eintracht Quiz“ zur Abholung im Verlagsgebäude in Offenbach. Dafür bis Dienstag, 19. Mai, 14 Uhr bei Facebook unter www.facebook.de/rheinmainextratipp den „Gefällt-mir-Button“ drücken oder das angehängte Gewinnspielformularausfüllen und abschicken.

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