Mutter, Schwester und Freundin in einer Person 

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Monika Jacob hilft ehrenamtlich einer Familie die Probleme des Alltags in den Griff zu bekommen.

Hofheim – Seit sie 14 Jahre alt ist, hat Monika Jacob ehrenamtlich gearbeitet. Jetzt ist die Pensionärin in die Rolle einer Familienpatin geschlüpft und hilft einer Mutter mit vier Kindern die Hürden des Alltag zu bewältigen. Von Dirk Beutel

Die scheinbar einfachsten und selbstverständlichen Aufgaben und Pflichten des normalen Lebens sind für einige gar nicht so einfach zu schaffen. Vor allem wenn es sich um alleinerziehende Mütter handelt, die keinen oder wenig Rückhalt aus der eigenen Familie bekommen. Das hat die Schwangerenberatung der Hofheimer Caritas längst erkannt und sucht seit einigen Monaten nach ehrenamtlichen Familienpatinnen, die den überforderten Müttern unter die Arme greifen.

Eine von ihnen ist Monika Jacob. Seit ihrem 14. Lebensjahr arbeitete die heute 64-Jährige ehrenamtlich. Vornehmlich in ihrer Hofheimer Kirchengemeinde. Die gelernte Erzieherin hat in einem Kinderheim gearbeitet. Sie ist schwierige Fälle gewöhnt und für die Caritas eine ideale Bewerberin die in der Lage ist mit einer komplexeren Herausforderung fertig zu werden.

Jacob besucht einmal in der Woche ihre Patenfamilie

Seit Juni besucht Monika Jacob einmal die Woche für ein paar Stunden ihre Patenfamilie – eine Mutter mit vier Kindern zwischen drei und neun Jahren. Ihre Aufgaben: Helfen beim Ausfüllen von Behördenunterlagen, mit den Kindern spielen oder Hausaufgaben machen und genau hinsehen, wenn etwas dringend gebraucht wird. Wie etwa ein Bett. Oder zwei. Weil sich die Kinder ihre Schlafplätze teilen mussten, organisierte Jacob aus ihrem Freundeskreis ein Kinder- und ein Etagenbett und sammelte Spielsachen sowie Kleidung zusammen. Darüber hinaus ist sie wichtiger Bestandteil der Erziehung: Sie begleitet die Kinder zum Kindergarten, der Schule oder zum Sportverein und hält Kontakt zu Lehrern und Erziehern.

Jacob ist auch zur Stelle, wenn jemand in der Familie krank wird. Wenn die Mutter etwa ins Krankenhaus müsste, informiert sie die Caritas, damit Hilfe organisiert werden kann. Wichtige Voraussetzung für ihren Job: Gut Zuhören und Einfühlungsvermögen. „Aber ich warte bis etwas kommt. Ich hake nicht nach, sondern wahre die Distanz“, sagt Jacob. Vielleicht ist dies ihr Erfolgsrezept, dass sie in nur wenigen Wochen ein intensives Vertrauensverhältnis aufbauen konnte. „Je nachdem um was es gerade geht, bin ich für die Familie manchmal Mutter, manchmal Schwester, manchmal auch eine Freundin“, sagt Jacob. Da reichen die paar Stunden an einem Tag kaum aus. Eigentlich ist Jacob während der ganzen Woche Patin. Das ist sie mindestens so lange, bis die Familie es schafft, sich selbst zu managen.

Im Augenblick hält Jacob Ausschau nach einem fähigen Handwerker, der einen Kleiderschrank zusammenbauen oder die Fußbodenleisten in der Wohnung der Familie anbringen kann. Wer Interesse hat, meldet sich bei der Caritas unter   (06192) 293437 melden.

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