Einfälle statt Abfälle: Aus Schrott wird Kunst

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Ingenieur Erich Thaa macht aus Elektroabfällen kreative Kunst.

Frankfurt – Kaputte PC-Tastaturen, Glühbirnen oder Kabel: Was mancher achtlos wegwirft, kann man verwandeln - in echte Kunstwerke. Der Frankfurter Ingenieur Erich Thaa macht aus Elektroabfall Kleinskulpturen. Seine Ausstellung ist noch bis Ende März im FES-Servicecenter zu sehen. Von Mareike Palmy

 Kuriose Kunst: Das Geweih mit Glühbirne.

Kaufen, verwenden, entsorgen: Oft rangieren wir aus, was eigentlich noch funktionsfähig ist - egal ob es sich um Autos oder Mode, um Handys oder Haushaltsgeräte handelt. In einer Zeit, in der Rohstoffe knapper und Müllberge größer werden, hat sich Erich Thaa dem Thema „Recycling“ auf künstlerische Art und Weise genähert. Der Ingenieur verwandelt in seiner Freizeit Elektroschrott in Recyclingkunst und thematisiert damit die Frage nach Wert und Unwert weggeworfener Dinge. „Ich verwende alles, was sich mir in den Weg stellt. Angefangen habe ich mit Radkappenskulpturen, aber Elektroabfälle haben für mich auch einen hohen ästhetischen Reiz“, sagt der gebürtige Schwabe. Wenn er nicht auf dem Motorrad durchs Rhein-Main-Gebiet düst, fertigt er daheim in seiner Werkstatt im Keller die skurrilen Objekte. Eine vergoldete Spülmittelflasche, auf der eine Glühbirne thront, ein Ast aus Ebereschenholz mit eingelassener Elektroplatine oder eine Schneekugel auf einer CD: Der Schöpfer der ausgefallenen Exponate mag es extravagant.

Da steckt richtig Überlegungsarbeit dahinter. Durch neue Konstellationen kriegen die Dinge einen neuen Zusammenhang und somit neues Leben“, sagt Thaa.

Mit Liebe zum Detail und dem Blick für die kleinen Dinge des Lebens, entstehen so die Kunstwerke des 55-Jährigen. Ihren konsumkritischen Charakter erhalten sie durch die Kombination mit Natursymbolen. „Manchmal bin ich selbst erstaunt, was aus Schrott so alles entstehen kann“, sagt Thaa. Übrig gebliebene und weggeworfene Kleinteile, kaputte Tastaturen, entsorgte Graphikkarten, Modems, ausrangierte Plattenspieler und alle anderen Elektroabfälle verwendet er für sein kreatives Hobby.

48 seiner Arbeiten sind zurzeit im Servicecenter der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES), Liebfrauenberg 52-54, zu bestaunen. Unter dem Motto „Elektronix – Klein-Skulpturen aus Elektroabfällen“ ist die Thaa'sche Kunst noch bis zum 31. März dort zu sehen.

Alle drei Monate gibt es im FES-Servicecenter wechselnde Ausstellungen zum Thema „Einfälle statt Abfälle“. Wer den sehenswerten, dekorativen Elektroschrott nicht verpassen möchte, geöffnet ist das FES-Servicecenter von Montag bis Freitag jeweils von zehn bis 18 Uhr, samstags von zehn bis 16 Uhr.

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