Einfache Methoden der Selbstverteidigung

Schirm und Schlüssel als Waffe: Senioren schlagen zurück

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Markus Bötzl (links) spielt den Angreifer. Senior Cristian Ott wehrt sich mit einer einfachen aber schnellen Technik.
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Flörsheim – Nicht länger wehrlos, kein Opfer mehr sein. Mit wenig Kraft zeigt WingTsung-Ausbilder Markus Bötzl wie sich ältere Menschen gegen zwielichte Gestalten effektiv wehren können. Von Dirk Beutel 

Ein Handy ist eine Waffe. Ein Schlüsselbund auch. Sogar eine Jacke. Dessen ist sich aber nicht jeder bewusst, wenn er gerade Opfer eines Überfalls ist. Sei es in der Straßenbahn, in der Fußgängerzone oder in der Tiefgarage: Vor allem ältere Menschen haben Angst vor gewalttätigen Übergriffen und deren gesundheitlichen Folgen. „Dabei lassen sich viele Situationen schon entschärfen, wenn man selbstbewusst auftritt“, sagt Kampfkunst-Experte Markus Bötzl. „Wenn es aber nicht anders geht, muss man bereit sein, für sich und seine Gesundheit 100 Prozent zu geben.“ Denn Bötzl weiß: Viele Täter rechnen überhaupt nicht mit einer Gegenwehr, schon gar nicht, wenn die von einem Senior kommt.

Mit Alltagsgegenständen zur Wehr setzen

In einem Selbstverteidigungskurs für die Generation 55plus zeigt der Ausbilder wie man sich schnell und mit Alltagsgegenständen zur Wehr setzen kann.

Die Stadt Flörsheim am Main bietet für Menschen der Generation 55 plus am Mittwoch, 28. Januar, 16 bis 17 Uhr, in der Kulturscheune einen Selbstverteidigungskurs an. Die Teilnahme kostet drei Euro. Karten gibt´s unter S (06145) 955-110.

„Für viele ist es erst einmal das Schwerste sich zu überwinden und zuzuschlagen. Das trainieren wir in Rollenspielen und spielen dort jede mögliche Reaktion durch.“ Und zwar auf Grundlage des Kampfkunststils WingTsun. Dafür müsse keiner der Teilnehmer sportlich oder topfit daherkommen. „Es geht schließlich nicht darum, Kraft gegen Kraft einzusetzen“, sagt Ausbilder Bötzl, sondern darum, die Sinne zu schärfen, Körpersprache zu trainieren und mit kurzen direkten Schlägen in der Nahdistanz gegen die Augen, Hals oder in den Schritt soviel Zeit zu gewinnen, um zu flüchten.

Dabei hilft eben auch das Handy oder der Schlüsselbund in der Hosentasche: „Man kann ein Handy als Waffe einsetzt oder damit werfen, das kann immer ein paar Sekunden bringen.“ Die Teilnehmer erfahren auch, dass es ganz schön wehtun kann, wenn man einen Kugelschreiber in die Nierengegend hinein gerammt bekommt. „In jedem Fall kommt es darauf an, schnell zu reagieren, sich zu behaupten und nicht den Angreifer wie im Kino heldenhaft außer Gefecht zu setzen.“

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Dirk Beutel

Dirk Beutel

E-Mail:dirk.beutel@extratipp.com

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