Einfach abtauchen: Schnupperkurs im Schwimmbad

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Im Becken des Schwimmbads in Dreieich schweben die Taucher von der Tauchschule Nautilus in vier Metern Tiefe.

Dreieich – Der Sommer ist vorbei oder war nie wirklich da. Da möchte man doch einfach mal abtauchen. EXTRA-TIPP-Volontärin Angelika Pöppel nahm das wörtlich und ging mit der Tauchschule Nautilus in Dreieich auf Tauchstation. Von Angelika Pöppel

Wie ein schwereloser Astronaut im Weltall soll sich das Schnuppertauchen anfühlen. Doch als ich in voller Montur – Neoprenanzug, Luftflasche und Schwimmflossen – am Rand des Schwimmbadbeckens hänge, fühlt sich das nicht so entspannt an. „Tauchen ist ein Sport für faule“, sagt Dietrich Hahn von der Tauchschule Nautilus in Dreieich. Nicht viel bewegen, einfach treiben lassen und vor allem Ruhe bewahren, dass sei wichtig. Denn sobald man unter Wasser taucht und nur noch durch den Schlauch die Luft zum Atmen bekommt, darf man nicht nervös werden. So einfach wie das klingt, ist es aber nicht.

Automatisch schließe ich die Augen beim Untertauchen. Als ich sie wieder öffne, sehe ich ganz klar durch die Brille. Mein Tauchlehrer ist dicht bei mir und sieht ein wenig lächerlich aus in seinem Aufzug. Doch ich sehe ja nicht anders aus. Das leise Geräusch beim Einatmen wirkt entspannend, das laute Blubbern beim Ausatmen nicht. Immer wieder kommt Wasser in meine Taucherbrille. Ich atme aus der Nase aus und befördere das Wasser wieder raus – so hat es mir der Tauchschulen-Chef Hahn im Vorgespräch erklärt. Es funktioniert und ich bin beruhigt. Dann soll es weiter nach unten gehen. Der Lehrer gibt mir das Zeichen, und ich willige ein. Meter für Meter erhöht sich der Druck, deshalb muss es langsam gehen. Und dann bin ich unten. Vier Meter tief stehe ich auf dem Boden des Schwimmbeckens: Beeindruckend – auch wenn es nicht das Mittelmeer ist. Aber es ist ein komisches Gefühl, vor allem wenn man weiß, dass man so schnell nicht wieder nach oben darf. Bei vier Metern muss ich meinem Körper zwei Minuten Zeit geben, bis ich an die Oberfläche schwimme. Denn der Druck ist gefährlich für das Trommelfell im Ohr. Doch das versuche ich auszublenden. Langsam bewege ich mich mit den Schwimmflossen vorwärts. Der Trainer wirft mir eine Frisbee zu und wir spielen die Scheibe in Zeitlupe hin und her. Doch dann reicht es mir auch wieder, ich bin etwas angespannt und freue mich, als ich meinen Kopf wieder aus dem Wasser strecke. Ich atme tief ein und genieße es – ohne Schlauch.

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