Einen Garten für Höchst

Der Bezug zur Natur fehlt oft in der großen Stadt. Deswegen richten Amélie Astoury und Nicolas Niehörster einen Garten für Höchst ein. Von Silke Gottaut

Frankfurt – Ein großer Baumstamm zum Sitzen, ein Beet mit Zwiebelblumen, ein Apfelbaum und 400 Quadratmeter grüne Wiese – das ist der Anfang des Projektes „Ein Garten für Höchst“. Amélie Astoury und Nicolas Niehörster hatten die Idee für dieses Projekt: „Ich habe einen schönen Garten in Höchst vermisst“, sagt Astoury: „Und als ich beim U-Bahnfahren gesehen habe, dass Stadtteilbotschafter für Frankfurt gesucht werden, dachte ich mir, das ist es“. Seit April sind die beiden nun Stadtteilbotschafter für Höchst und werden bei ihrem Garten-Projekt von der Polytechnischen Gesellschaft Frankfurt unterstützt.

Vor zwei Wochen haben sie zusammen mit Kindern der Kita Karl-Blum-Allee Zwiebelblumen und einen Apfelbaum gepflanzt. „Wir hatten viel Spaß “, berichtet die 25-jährige Französin aus Toulouse, die seit dreieinhalb Jahren in Höchst lebt. „Da es schon Herbst ist, haben wir Zwiebelblumen gepflanzt. Wenn sie blühen, ist dies ein Zeichen des Frühlings. Dann legen wir richtig los mit dem Pflanzen“. Aber nicht nur Gemüse, Kräuter und Blumen sollen in dem Garten an der Kurmainzer Straße zu sehen sein, sondern auch eine Sitzecke und ein Lehmofen zum Backen. Italiener haben sich schon zum Pizzabacken angemeldet, freut sich Astoury. Und genau das ist auch der Sinn des Projektes: Zusammen, ob groß oder klein, gemütlich mit anderen Stadtteilbewohnern in einem Garten sitzen, sich kennenlernen, miteinander reden und bei Lust und Laune etwas pflanzen. „Jeder darf seine Ideen einbringen.“

Astoury mag Höchst sehr: „Das Stadtviertel ist total cool und sehr international. Leider hat es einen nicht so guten Ruf. Aber hier gibt es wirklich viel, vor allem ein gutes Kulturprogramm. Nur Grünes fehlt.“ Und genau aus diesem Grund ist sie und Niehörster dem Grünflächenamt dankbar. Denn dies hat die ungenutzte Fläche den beiden für ihr Projekt verpachtet. Außerdem werden sie vom Bund Deutscher PfadfinderInnen unterstützt. Doch um einen prachtvollen Garten nächstes Jahr fertig zu haben, suchen sie noch Gartenliebhaber, die sie unterstützen. Interessierte wenden sich an amelie. astoury@stadtteilbotschafter.de.

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