Eine Rippe für ein Menschenleben

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Ellen Hünerfeld und Thorsten Dietze lehren mit Hilfe einer Puppe, wie man im Notfall richtig reanimiert.

Bad Homburg – Einer Pflicht für eine regelmäßige Teilnahme an Erste-Hilfe-Kursen steht Thorsten Dietze von den Hochtaunuskliniken skeptisch gegenüber. Ihm sind die Freiwilligen lieber, weil sie motivierter sind. Und davon gibt es immer mehr. Von Norman Körtge

Die Minuten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes können quälend lang sein. Vor allem dann, wenn jemand einen Herzinfarkt bekommen hat, leblos daliegt, der Notruf abgesetzt worden ist und man nicht weiß, was zu tun ist, hilflos ist. Oder noch schlimmer: Angst hat, etwas falsches zu tun.

Es ist oft diese Horror-Vorstellung, die Menschen zu Thorsten Dietze und seinem Team von den Hochtaunus-Kliniken in Bad Homburg führt. „Hilflos will niemand daneben stehen“, sagt Dietze. Und doch habe erst jüngst eine Studie ergeben, dass nur rund 15 Prozent der Laien im Notfall möglicherweise lebensrettende Reanimationsmaßnahmen beginnen. Bei vielen sei die Angst groß, etwas falsch zu machen. „Dabei ist der größte Fehler, den man machen kann der, gar nichts zu tun“, führt Dietze aus. Oder anders formuliert: Was ist eine gebrochene Rippe gegen ein Menschenleben?

Diese Angst, die aus der Unwissenheit resultiert, möchte Dietze nehmen. Regelmäßig veranstaltet er spezielle Reanimationskurse. Und in Zukunft sogar noch mehr, da die Nachfrage gestiegen ist und in jeder Kursgruppe maximal 15 Personen sein sollen. „Es soll ja auch jeder ausreichend üben können“, sagt er und zeigt auf die menschengroße Puppe, die auf dem Boden liegt. An ihr wird die Herz-Lungen-Wiederbelebung geübt.

Der Unterschied zum nicht minder wichtigen Erste-Hilfe-Kurs: Der Reanimationskurs dauert nur drei Stunden. Nach einem 40-minütigen theoretischen Teil schließen sich die praktischen Übungen an. Auch der Umgang mit einem Defibrillator, von denen es immer mehr in öffentlichen Gebäuden oder Bahnhöfen gibt, wird gezeigt.

Für den nächsten Kurs am Samstag, 24. November, entweder um 14 oder um 17 Uhr, sind sogar noch Plätze frei. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung per E-Mail an thorsten.dietze@hochtaunus-kliniken.de oder Telefon  (06172) 14-2030 ist aber notwendig.

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