Wie eine Königsteiner Optimistin die Menschen ändern will

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Gertrud Warnecke zeigt ihre Internetseite http://www.positiv-magazin.de.

Königstein – Schon vor 20 Jahren hatte Gertrud Warnecke die Idee, eine Zeitung zu machen, die nur aus positiven Meldungen besteht. Damals hätte sich aber niemand dafür interessiert, dachte sie. In Zeiten des Internet hat sich die 69-Jährige mit dem positiv-magazin den  Traum erfüllt. Von Julia Renner

Am Valentinstag 2010 ging das Online-Magazin an den Start. „Es ist unglaublich! Wir hätten nie gedacht, dass es so gut läuft“, sagt Warnecke. Zusammen mit Wilfried Kirchmeier aus Langen hat sie das Projekt auf die Beine gestellt, „weil ich technisch doch so unbegabt bin“. In der Praxis bedeutet das, dass Warnecke Artikel schreibt und in anderen Medien nach positiven Meldungen sucht, die Kirchmeier dann online stellt.

„Die Zeit war reif für ein solches Magazin“, sagt Warnecke. Die gebürtige Kasselerin ärgert sich darüber, dass die Massenmedien immer nur über Kriege, Armut und Krisen berichten. „Dass das immer so aufgebauscht wird, ist grausam“, findet sie. Das mache traurig und ziehe die Leute runter. Dabei will sie mit ihren drei positiven Meldungen pro Tag nicht „für eitel Sonnenschein“ sorgen und auch gewiss nichts unter den Teppich kehren, betont die Journalistin. Sie weiß, dass jeder, der gut informiert sein will, eben auch negative Meldungen lesen muss.

Aber in den Augen der Optimistin sollte das eben nicht alles sein. Sie kann sich vorstellen, dass viele psychische Krankheiten auch durch die stetig schlechten Nachrichten ausgelöst werden.

Psychischer Schaden durch Katastrophenmeldungen

Das Ziel des Online-Magazins sei es, dass die Menschen die Welt positiver sehen. Und damit steht sie nicht allein da. „Ich glaube, den Massenmedien-Machern ist gar nicht bewusst, wie viel psychischen Schaden sie durch die ewigen Katastrophenmeldungen anrichten“, schreibt zum Beispiel Magazin-Leser Johannes Ronters. Und Barbara Spohrer schreibt: „Deine positiven Nachrichten tragen erheblich dazu bei, dass unsere Welt lichter wird.“

Das sehen scheinbar auch viele andere so. Denn mittlerweile hat das Magazin rund 1500 Zugriffe jeden Tag. Und das sogar von Deutschen, die in den USA, Kanada und Neuseeland leben, berichtet Warnecke. Sie alle wollen die täglich drei neuen, positiven Meldungen aus dem Rhein-Main-Gebiet und dem Rest der Welt lesen.

„Ich werde weitermachen, solange ich kann“, sagt Warnecke. „Denn es macht mir unheimlich Spaß.“ Außerdem hat sie stets die Hoffnung, das Denken der Menschen mit ihrem Magazin wenigstens ein bisschen zu verändern.

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